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31.07.2012  |  von Von Frank Kastner, dpa  |  0 Kommentare

London (dpa) Dorjsuren: Es kann nur besser werden

Ihre Nervosität ist deutlich zu spüren - trotz der sechsten Olympia-Teilnahme. Die deutsche Pistolenschützin Munkhbayar Dorjsuren ist kurz angebunden und mächtig verärgert. Die 43-Jährige hat schon viel Nerven gelassen bei diesen Spielen.
Optimistisch

Munkhbayar Dorjsuren gewann 2008 in Peking Bronze. Foto: Peter Kneffel  Bild: Foto: dpa

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Ihr mongolischer Mann bekam kein Visum für London, zudem geben ihre Leistung und der 25. Platz mit der Luftpistole nur bedingt Grund zur Hoffnung, dass es am Mittwoch in ihrer Lieblingsdisziplin mit der Sportpistole besser laufen wird. «Der erste Wettkampf war nur ein Warmup für den wichtigen Wettbewerb mit der Sportpistole», sagte die Münchnerin fast trotzig.

An fehlender Routine liegt ihr durchwachsener Start nicht. 1992 in Barcelona hatte sie für die Mongolei, 2008 in Peking dann für Deutschland Olympia-Bronze gewonnen - aber in London läuft es für die gebürtige Mongolin bisher einfach nicht richtig rund. Zu allen Widrigkeiten kommt auch noch die Unsicherheit mit ihren Sportgeräten. Nach 20 Jahren bei einem Hersteller tauschte Dorjsuren die Marken ihrer Pistolen nach dem Motto «neue Waffen, neues Glück» einfach aus. Mehr will sie nicht verraten. Immerhin hatte die Sportlehrerin beim alten Hersteller eine Festanstellung als Repräsentantin. Zum 1. Juli musste sie sich sogar arbeitslos melden. Erst das neu ins Leben gerufene Stipendium «Elite Plus» der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) schaffte etwas Erleichterung, da sie ihr olympisches Ticket schon im April beim Weltcup in Südkorea gesichert hatte.

«Bis London ist die Stiftung praktisch mein Arbeitgeber, der monatlich mein Gehalt bezahlt», meinte Dorjsuren, die sich auch noch um ihre 17-jährige Tochter kümmern muss, die bei fast jedem Wettkampf an ihrer Seite ist - quasi als Glücksbringer. Für die nächsten eineinhalb Jahre hat die erfahrene Schützin dank der monatlichen Unterstützung der Sporthilfe in Höhe von 1500 Euro wenigstens Planungssicherheit. So sieht es die Fördervariante für mehr als 30 deutsche Medaillengewinner vor. «Für dieses Programm muss man der Sporthilfe eine Extralob zollen», meinte Bundestrainer Peter Kraneis.

Ein erneuter Medaillengewinn wird aber nicht einfach. Die Konkurrenz ist mit der Chinesin Chen Ying oder der Mongolin Otrjadyn Gündegmaa, die alle auf Weltrekordniveau schießen, gewaltig. Eine Prognose wagt Dorjsuren nicht, obwohl sie in dieser Saison in ihrer Spezialdisziplin bei jedem Weltcup das Finale erreicht hatte. «Es wird sehr schwer, die Leistungsdichte ist viel größer als früher», sagte sie. Die Waffen-Umstellung will Trainer Kraneis auf jeden Fall nicht als Entschuldigung geltenlassen. Der Übergang sei gelungen, die Eingewöhnungsphase vorbei, behauptete Kraneis. «Sonst wären wir dieses Risiko vor Olympia auch nicht eingegangen.»

In Peking hatte Dorjsuren die erste olympische Medaille einer Pistolenschützin in der Geschichte des Deutschen Schützenbundes (DSB) gewonnen. Ihr erster Auftritt in London war eher durchwachsen. Sie bekam ihre Nervosität zu Beginn kaum in den Griff. Das soll mit der Sportpistole anders werden. «Sie war sehr gut drauf im Training», sagte Kraneis, «doch Olympia ist Olympia, da gibt es keine Normalität, da ist der Druck deutlich höher.»

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