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London (dpa) Bissiger Bischof verpasst zweiten Gold-Coup

31.07.2012
Im ersten Moment schlich Ole Bischof mit hängenden Schultern über die Judo-Matte, dann war seine Enttäuschung über den knapp verfehlten zweiten Gold-Coup auch schon wieder verflogen.
Silber

Ole Bischof ließ auf Gold in Peking Silber in London folgen. Foto: Friso Gentsch  Bild: Foto: dpa

Zweiter

Diesmal hat es für Bischof im Finale gegen Kim Jae-Bum nicht zum Sieg gereicht. Foto: Christophe Karaba  Bild: Foto: dpa

Überwältigt

Überwältigt sinkt der Südkoreaner Kim auf die Knie. Foto: John G. Mabanglo  Bild: Foto: dpa

Trost

Trainer Detlef Ultsch tröstet seinen Schützling unmittelbar nach dem Kampf. Foto: Friso Gentsch  Bild: Foto: dpa

Finale!

Im Halbfinale hatte Bischof den US-Amerikaner Travis Stevens ausgeschaltet. Foto: Christophe Karaba  Bild: Foto: dpa

Geschlagen

Enttäuscht bleibt Stevens nach seiner Niederlage zurück. Foto: Christophe Karaba  Bild: Foto: dpa

Start

Mit dem Auftakterfolg gegen den Italiener Antonio Ciano nahm der Tag seinen Anfang. Foto: Friso Gentsch  Bild: Foto: dpa

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«Ich freue mich über Silber, natürlich. Das ist eine Medaille», sagte der 32-Jährige nach dem verlorenen Finale in London gegen den Südkoreaner Kim Jae-Bum. Einen erneuten Triumph hätte Bischof auf spektakuläre Weise gefeiert, wie er scherzhaft bemerkte: «Wenn ich Gold gewonnen hätte, wäre ich in die Themse gesprungen», sagte der starke Mann aus Reutlingen, der sich als absolut fairer Final-Verlierer erwies: «Kim war einfach besser. Ich hatte nahezu keine Chance.»

Mit dem erneuten Medaillen-Gewinn, mit dem er zu seinem früheren Bundestrainer Frank Wieneke aufschloss, der bei Olympia ebenfalls Gold (1984) und Silber (1988) holen konnte, beendete Bischof die schwarze Serie der deutschen Judokas in London. Der 32-Jährige bot in der hochkarätig besetzten Klasse bis 81 Kilogramm einen nahezu perfekten Wettkampf. «Ich bin auf ihn sehr, sehr stolz», sagte Männer-Bundestrainer Detlef Ultsch.

Erst in der Neuauflage des Peking-Finales musste Bischof sich dem Südkoreaner geschlagen geben. «Nach dem Halbfinale waren die Körner raus», erklärte Bischof, der ausschließlich lobende Worte über seinen Gegner sagte: «Ich mag ihn. Ich gönne es ihm. Ich ahne, wie er sich nach dem verlorenen Finale in Peking gefühlt haben muss.»

Präsident Peter Frese vom Deutschen Judo-Bund (DJB) bewertete auch Silber «als Traum», zumal nach den Pleiten der deutschen Mattenkämpfer an den ersten Wettkampftagen. «Es ist so schwer, im Judo eine Olympia-Medaille zu holen. Und er holt wieder eine. So eine Nervenstärke haben nur zwei Leute in unserem gesamten Team: Fechterin Britta Heidemann und eben Ole!», sagte Frese.

Bischof war selbstbewusst in den Wettkampf gegangen. «Auf mich ist Verlass.» Und der Ausnahme-Judoka hielt Wort: Den Grundstein legte Bischof mit dem Auftakterfolg gegen den Italiener Antonio Ciano. Der Routinier erwies sich als der erwartet schwere Brocken, doch der Olympiasieger setzte sich durch. Erleichtert ballte der Reutlinger die Fäuste - und hatte nun auch ein Auge für seine Fans, die in der ExCeL-Halle ein Plakat platziert hatten: «Good luck,Ole!»

Auch in seinem zweiten Kampf hatte Bischof Schwerstarbeit zu verrichten. Gegen den Kasachen Islam Bozbayew lag er lange in Rückstand, konnte ausgleichen und setzte sich schließlich in der Verlängerung dank seiner starken Physis durch. «Der Kampf ist eben erst vorbei, wenn er vorbei ist», bemerkte Bischof erleichtert.

Plötzlich strotzte der Peking-Olympiasieger nur so vor Kraft. Im Vorrunden-Finale gegen den Japaner Takahiro Nakai machte Bischof kurzen Prozess und siegte vorzeitig durch eine Armhebel-Technik. Im Halbfinale gegen Travis Stevens aus den USA, Bischofs Vereinskollege beim deutschen Serienmeister TSV Abensberg, ging es auf der Matte hitzig zur Sache. «Wir haben das Regelwerk sehr offen interpretiert», gestand Bischof, der am Ende durch Kampfrichter-Entscheid nach Verlängerung ins Finale einzog. Dort war Kim dann einfach zu stark.

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