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Die Anzeichen für befürchtete Gewaltakte gegen Ausländer in Südafrika mehren sich: Nach Plünderungen in Townships in der Provinz Western Cape und der Flucht von Ausländern sind dort starke Polizei- und Militäreinheiten stationiert worden.

Sieben Südafrikaner im Alter zwischen 19 and 30 Jahren wurden nach Polizeiangaben wegen des Verdachts auf ausländerfeindliche Aktionen in Nyanga bei Kapstadt festgenommen. Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Verteidigungsministerin Lindiwe Sisulu eilten aus Pretoria nach Kapstadt, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die «Kriminellen» sollten wissen, «dass wir es nicht erlauben werden, Angst und Verbrechen zu verbreiten, ... Wir werden mit aller Härte gegen sie vorgehen», drohte Sisulu den ausländerfeindlichen Kräften.

Die Sicherheitskräfte in Nyanga, Philippi East, Khayelitsha, Wellington, Paarl East, Mbekweni, Franschhoek and den Cape Flats sollen für Ruhe und Ordnung sorgen, betonte Polizeisprecher Frederick van Wyk. Die Ausländerfeindlichkeit in Südafrika richtet sich vor allem gegen Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten.

In der Nacht zum 12. Juli hatte es nach Polizeiangaben einzelne Plünderungen der Geschäfte von Ausländern gegeben. Kleine Läden von Ausländern in Mbekweni, Paarl East, Wellington and Nyanga seien in der Nacht ausgeraubt und angezündet worden. Etwa 70 Ausländer haben den Angaben nach in der Polizeistation von Paarl, weitere 22 bei der Polizei in Wellington um Unterschlupf und Schutz nachgesucht, berichtete die Sprecherin der Provinz, Daniella Ebenezer. Auch anderswo suchten Fremde Hilfe bei der Polizei. Verletzte habe es bei den Vorfällen keine gegeben.

Bei einem Raubüberfall auf drei ausländische Kleinhändler nahe Kapstadt waren am Samstag ein Mann getötet und zwei andere verletzt worden worden. Nach Angaben der Polizei habe es aber keinen Hinweis auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund gegeben.

Minister Mthetha hatte zuvor ranghohen Politikern vorgeworfen, «Gerüchte» über drohende Ausländerfeindlichkeit zu streuen. Er warnte vor einer von den Medien geschürten «Hysterie». Dennoch seien die Sicherheitskräfte vorsorglich in Alarmbereitschaft.

Menschenrechts- und andere Zivil-Organisationen sowie Interessen- Gruppen der Ausländer befürchten seit längerem schon eine neue Welle ausländerfeindlicher Akte nach WM-Ende. Viele Ausländer haben südafrikanischen Medien zufolge schon in den vergangenen Wochen die Flucht ergriffen. Im Mai 2008 waren bei xenophobischen Ausschreitungen in Südafrika insgesamt 62 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Etwa 100 000 Menschen wurden vertrieben.

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