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Bundesliga Dortmund ist bekloppt - und das ist schön

21.04.2012
Borussia Dortmund ist deutscher Fußballmeister - SÜDKURIER-Sportchef Ralf Mittmann kommentiert
Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach

Der Dortmunder Trainer Juergen Klopp feiert den 2:0-Sieg über Galdbach und die Meisterschaft.  Bild: Roland Weihrauch (dpa)

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Ganz Dortmund ist total bekloppt - und zwar in einem ganz bestimmten positiven Sinne. Die Borussia ist deutscher Meister und der Mann, der an diesem Fußballmärchen den höchsten Anteil hat, heißt Jürgen Klopp. Natürlich wehrt sich der clevere Stratege gegen die auf ihn einprasselnden Lobeshymnen und erteilt stattdessen seinen Kickern höchste Weihen, die er wahlweise außergewöhnlich, herausragend, fantastisch, super oder einzigartig nennt.

Das stimmt ja, aber den Masterplan für diese wirklich tolle Mannschaft, den hat nur einer ausgetüftelt, wenn nötig korrigiert und am Ende wieder wie schon 2011 perfektioniert - eben Jürgen Klopp. Keine Frage: Borussia Dortmund hat den Titel verdient, den Schwarzgelben zuzuschauen, macht einfach riesigen Spaß - so man nicht einseitig mit der Farbe rot sympathisiert, die für den FC Bayern steht.

Man kann viele Faktoren benennen, die den Dortmunder Erfolg ausmachen, etwa die überragende Laufleistung, das manchmal traumwandlerische Kurzpassspiel, die Fähigkeit, mit Drucksituationen umzugehen, wie sie vergangene Woche mit den entscheidenden Spitzenspielen gegen die Bayern und auf Schalke gegeben war. Wenn man den errungenen Meistertitel auf einen ganz kurzen Nenner bringen wollte, würde aber auch das funktionieren: Wer gegen den Tabellenzweiten und -dritten zweimal gewinnt und auch gegen den -vierten vier von sechs Zählern holt, hat sich allein in diesen Begegnungen schon den uneinholbaren Vorsprung geholt.

So ziehen wir also den Hut vor Jürgen Klopp und seiner Borussia, gönnen allen Dortmundern und sonstigen Schwarzgelben, wo auch immer die zu finden sind, den Triumph. Eines freilich sei am Tag des berechtigten großen Jubels trotzdem gesagt: Nächste Saison wird es Zeit, die Bundesliga-Leistungen auch international zu bestätigen. Zwei peinlichen Auftritten in den Jahren 2010 (Europa League) und 2011 (Champions League) darf kein dritter folgen. Schwarzgelb muss künftig auch in der Königsklasse leuchten, denn da ist aus deutscher Sicht eben schon lange nur eine Farbe dominant: das Rot des FC Bayern.
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