«Wir wollten ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und jede Form von Rassismus und Antisemitismus. Da muss man es demjenigen überlassen, wie er es organisiert und rüberbringt», erklärte der DFB-Chef im deutschen EM-Quartier in Danzig.
Niersbach, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sowie Kapitän Philipp Lahm, Miroslav Klose und Lukas Podolski hatten am vergangenen Freitag die Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau besucht und die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geehrt.
Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, hielt die kleine Abordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für unangebracht. Mit der kompletten Nationalmannschaft hätten Hunderttausende junger Menschen erreicht werden können, mehr als mit tausend Gedenkreden, kritisierte Graumann.
«Wir haben es nicht gemacht der öffentlichen Wirkung wegen, sondern weil wir es für richtig gehalten haben», entgegnete Niersbach. Der DFB habe positive Reaktionen erhalten, unter anderem von der internationalen jüdischen Gemeinde. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe spontan eine SMS geschrieben.
Auch die Nationalteams der Niederlande, von England und Italien planen einen Besuch von Auschwitz. «Wir haben das Gefühl und die Überzeugung, dass wir zum richtigen Zeitpunkt das Richtige getan haben», unterstrich der DFB-Präsident.
