Damenbesuch, Safari, Siesta, Golfen und im Zweifel eben Playstation: Die noch verbleibenden acht WM-Teilnehmer sind zumindest schon mal Weltmeister im Zeittotschlagen. Bloß keine Lagerkoller! Den begehrten Pokal gewinnt am Ende vielleicht jene Mannschaft, deren Betreuerteam die Fußballer über Wochen hinweg am besten bei Laune gehalten hat. „Es ist ganz normal, dass mal Meinungsverschiedenheiten auftreten. Und natürlich lebt es sich gut nach Siegen. Allgemein ist die Stimmung sehr gut im Team“, sagte Mittelfeldspieler Sami Khedira über das Innenleben im völlig abgeschiedenen deutschen Quartier Grand Velmoré.
So spannend die Spiele in Südafrika sein mögen: Langeweile ist ein zäher Gegner, der Tagesablauf für die WM-Stars fast so monoton wie ein Kuraufenthalt: Training, Essen, Schlafen, Besprechungen, Busfahrten. Die meist kühlen Nächte fallen am Kap bereits um halb sechs herein, die angespannte Sicherheitslage erlaubt kein spontanes Ausbüchsen. „Unser Trainer hat uns darauf vorbereitet, dass er uns sieben Wochen einsperren wird“, sagte Paraguays Stürmer Nelson Valdez von Borussia Dortmund. Das ist Gerardo Martino offensichtlich gut gelungen.
Khedira, Schweinsteiger, Klose & Co. waren schon zweimal auf Safari. Außerdem sind Freundinnen und Frauen der Nationalspieler in einem Hotel in Pretoria untergebracht. Für jeden Profi gab es ein Paket mit Laptop, Playstation und Digitalkamera. Heimkino, Tischtennisplatten und Quad-Cars vor der Tür sorgen für weitere Abwechslung. Die griechische Mannschaft setzte laut Stürmer Angelos Charisteas auf Backgammon-Turniere und Kartenspiele – und hatte nach den Gruppenspielen den Schwarzen Peter.
