Ich sitze in der Gondel in Whistler Creekside, strecke meine Beine aus und mache es mir gemütlich. Meine Snowboard-Schuhe drücken. Absichtlich habe ich mir welche geliehen, die zu klein sind. So kriege ich die Kante besser. Und kann schneller fahren. Seit einigen Jahren fahre ich schon Snowboard. Neben mir sitzt Alexander Spitz, ehemaliger Behindertensportler und Weltklasse-Athlet – durchtrainiert, mit kräftigem, Oberkörper und keinem Gramm zu viel im Anorak. Gleich machen wir die erste Abfahrt. Bedenken, dass ich nicht hinterherkomme, habe ich keine.
Mein Snowboard steckt in der Halterung, dahinter sein Ski. Richtig gelesen: Er hat nur einen, denn der 41-Jährige aus Menzenschwand hat auch nur ein Bein. Knochenkrebs. Zehn Jahre alt war er, als ihm die Ärzte ein Bein amputieren mussten. Sechs Jahre später gewann Alexander Spitz in Innsbruck Paralympics-Silber. Viele Medaillen folgten. 1998 musste er nach einem Sturz in Nagano seine Skirennfahrer-Karriere beenden: Jetzt ist Spitz wieder bei den Paralympics dabei – als Kommentator für die ARD (wir berichteten).
„Wenn ich mir die Wettkämpfe anschaue, juckt es mich noch immer. Ich würde am liebsten selbst oben stehen. Ein bisschen Wehmut schwingt mit“, sagt er. Als TV-Experte gibt er nun sein Wissen weiter, den Leuten vom Fernsehen und dem deutschen Team. Er hat den Blick für die Beschaffenheit des Schnees, weiß, wo die Ideallinie verläuft. „Es kommt oft vor, dass mich die Sportler vor dem Rennen um Rat fragen.
