Mein

Sport Bänderriss: Schweinsteiger außer Gefecht

10.02.2012
Schlagwörter


Beim 2:0-Pokalsieg des FC Bayern München beim VfB Stuttgart erlitt Bastian Schweinsteiger einen Bänderriss im Sprunggelenk. Er fällt mehrere Wochen aus.

Die Krawatte ist leicht gelockert. Äußerlich entspannt sitzt Jupp Heynckes in der ersten Reihe des Bayern-Mannschaftsbusses. Er isst sein verspätetes Abendessen. Der 2:0-Pokalerfolg hat dem Münchner Trainer wieder mehr Zuversicht in sein Team gebracht. Nach enttäuschenden Wochen in der Bundesliga war der Auftritt am Mittwochabend deutlich ansprechender gewesen. Gänzlich entspannt konnte Heynckes aber sein Essen nicht genießen. Ahnte er da doch bereits, was sich gestern bewahrheiten sollte: Bastian Schweinsteiger wird den Bayern für mehrere Wochen fehlen. Das trübte die Freude über den sehr souveränen Erfolg im DFB-Pokal merklich.

Schweinsteiger hatte seinen Arbeitsabend in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena bereits nach einer Viertelstunde beenden müssen. Zweimal war er am rechten Knöchel getroffen worden, das war für die Bänder zuviel. Gegenspieler Georg Niedermeier hatte ihn unglücklich am Fuß getroffen. „Ich hab' mich bei ihm entschuldigt. So etwas kann vorkommen im Fußball, aber ich will niemanden verletzen“, sagte der VfB-Verteidiger. Schweinsteiger half das nichts. Auf blauen Krücken gestützt humpelte er Richtung Bus. Gestern die schlimme Nachricht: Außenbandriss im Sprunggelenk. Der Fuß steckt mittlerweile in Gips, den er eine Woche tragen muss. Danach erhält er einen Spezialschuh, der es ihm ermöglichen soll, wieder mit dem Muskelaufbautraining zu beginnen. Wie lange der Nationalspieler ausfallen wird, konnte Bayerns Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt gestern noch nicht sagen. Es werden aber wohl mehrere Wochen sein, somit kann der Lenker des Bayern-Spiels auch in der Champions League gegen den FC Basel nicht dabei sein. Ebenso wenig beim Länderspiel am 29. Februar in Bremen gegen Frankreich. „Die Verletzung ist für ihn wahnsinnig schade – und für uns als Mannschaft sowieso. Er ist ein ganz wichtiger Spieler“, sagte Heynckes. Und: „Ich habe Bastian sehr enttäuscht erlebt. Er hat ja eine Kette von Verletzungen.“

Als Schweinsteiger in der Hinrunde nach seinem Schlüsselbeinbruch hatte pausieren müssen, waren die Bayern von ihrem bis dahin sehr erfolgreich beschrittenen Weg zunächst abgekommen, ehe sich Toni Kroos immer besser in der Rolle des Regisseurs zurechtfand. Nun sollen vor allem Luiz Gustavo, Anatolij Timoschtschuk oder David Alaba versuchen, den Ausfall Schweinsteigers zu kompensieren. Keine leichte Aufgabe. Gustavo aber zeigte in Stuttgart immerhin, dass er ein wichtiger Teil im defensiven Mittelfeld sein kann. Sollte er das bestätigen, könnte sich Toni Kroos weiterhin als Spielmacher auf der Zehnerposition beweisen. „Es hat mir sehr gut gefallen da vorne, ich konnte meine Qualitäten auf der Position gut ausspielen“, sagte der 22-Jährige.

Schweinsteiger aber ist kaum zu ersetzen. Seine Verletzung rückte gar die Diskussion um Arjen Robben in den Hintergrund, der das Pokalspiel nur von der Ersatzbank erlebte. Auch in der Öffentlichkeit wird die Pause von Schweinsteiger heftig diskutiert. In München warteten etliche Reporter vor der Praxis des Mannschaftsarztes. Heraus aber humpelte Schweinsteiger-Bruder Tobias – zur Ablenkung vermummt. Der Nationalspieler verschwand dagegen durch die Hintertür. Sicher auch humpelnd.

Eine gute Nachricht gab es für die Bayern gestern wenigstens noch: Xherdan Shaqiri vom FC Basel erhält ab dem 1. Juli 2012 einen Vierjahresvertrag in München.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln