Nichts ging mehr in der Luft: Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull schaffte es im Frühjahr 2010, Verdruss über ganz Europa zu bringen. Wochenlang gab es massive Behinderungen im Flugverkehr, hunderte von Flügen fielen aus.In manchen Ländern – etwa der Schweiz – waren Starts und Landungen erlaubt, in anderen nicht.
Behördenchaos: So etwas würde heute wohl kaum mehr passieren – das meint zumindest die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel. Ein neues Drei-Zonen Modell lässt das Fliegen auch in Bereichen mit geringer Asche-Konzentration zu, solange bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden. Nur der gefährliche Kernbereich muss umflogen werden. Entscheidungen über den Luftraum sind immer noch Sache der einzelnen EU-Staaten. Ein Krisenzentrum soll einheitliche Empfehlungen geben.
Infrarot-Technik: Die Billigfluglinie Easyjet brachte unterdessen ein neues System zum Aufspüren von Vulkanasche in der Luft zum Einsatz. Mittels Infrarot-Technologie soll der Pilot bereits aus 100 Kilometern Entfernung Asche auf seiner Flugstrecke erkennen und eine Ausweichroute bestimmen können. Das System „Avoid“ (Airborne Volcanic Object Imaging Detector) sei zwei Wochen lang über dem Ätna, dem aktivsten Vulkan Europas, sowie über der Vulkaninsel Stromboli getestet worden, teilte die Airline mit. „Es wird weiterhin zu Vulkanausbrüchen kommen“, sagte Wissenschaftler Fred Prata. „Da die Luftfahrt für die globale Wirtschaft entscheidend ist, brauchen wir eine praktische Lösung für das Ascheproblem.“ (dpa/bea)