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Konstanz Der ganz große Ansturm bleibt aus

17.10.2012
Konstanz -  Der ganz große Ansturm auf die beiden Konstanzer Hochschulen ist zu diesem Wintersemester ausgeblieben. Angespannt ist allerdings weiterhin der Wohnungsmarkt

Volles Audimax an der Universität Konstanz.  Bild: Binner

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Michael Lünstroth
Redakteur

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Der ganz große Ansturm auf die beiden Konstanzer Hochschulen ist zu diesem Wintersemester ausgeblieben. Zwar erreichen sowohl Universität (jetzt 11.177 Studenten), als auch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG, jetzt 4600 Studenten) neue Höchstwerte bei der Anzahl der eingeschriebenen Studenten. Aber in Schätzungen war im Vorfeld aufgrund des an die Hochschulen strömenden Doppelabijahrgangs in Baden-Württemberg und Bayern eine noch größere Zunahme angenommen worden. So wurden an der Universität bis zu 11.800 Studenten erwartet. Aufgrund der deutschlandweit intensiven Berichterstattung zu dem befürchteten Ansturm haben sich offenbar viele Abiturienten entschlossen noch nicht an eine Hochschule zu gehen und stattdessen ein Freiwilliges Soziales Jahre oder Ähnliches zu machen.

Abiturienten schieben Freiwilliges Soziales Jahr ein

Trotz allem liegen die Zahlen der neu eingeschriebenen Studierenden an Universität und HTWG weiter hoch. Während an der Uni rund 3000 neue Studierende (Anfänger und Wechsler von anderen Hochschulen) registriert sind, liegt die reine Anfängerzahl bei der HTWG nach Angaben der hochschuleigenen Pressestelle bei 802. Außerdem habe man an der HTWG den Zustrom auch an der Zahl der Bewerbungen feststellen können – hier habe es rund 550 Bewerbungen zu diesem Wintersemester mehr gegeben als in früheren Wintersemestern, erklärte Anja Wischer von der HTWG-Pressestelle.

Drängendes Problem für viele Erstsemester bleibt der angespannte Konstanzer Wohnungsmarkt. Die Warteliste beim Studentenwerk „Seezeit“ umfasst rund 900 Wohnungssuchende. „Die Nachfrage war groß, aber es war nicht wesentlich mehr als in früheren Semestern“, sagte Jochen Mink vom Studentenwerk. Immerhin: Die Wohnraumkampagne von Seezeit, den Hochschulen und der Stadt sei ein Erfolg gewesen: „Rund 200 neue Zimmer konnten wir dazu gewinnen“, sagt Mink.

Mehr als 900 Studenten suchen noch nach Bleibe

Unterdessen hat die Debatte um die Bologna-Reform, also die Umstellung der Hochschulabschlüsse auf Bachelor- und Master (siehe Infokasten), auch Konstanz erreicht. Anders als Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, bezeichnete Ulrich Rüdiger, der Konstanzer Unirektor die Reform eher als gelungen als gescheitert. Zwar laufe noch nicht alles reibungslos, aber insgesamt sei die Reform ein Gewinn für die Hochschullandschaft. Anders als in anderen Hochschulen sind in Konstanz die Masterstudienplätze auch noch nicht überlaufen. Die Auslastung liege derzeit bei rund 90 Prozent, erklärte die Pressestelle der Universität. Ein weiterer Ausbau der Plätze werde derzeit geprüft. Ulrich Rüdiger zeigt sich jedenfalls überzeugt: „Das System ist durch die Reform flexibler geworden. Davon profitieren auch die Studenten.“ Ähnlich sieht das Kai Handel, HTWG-Präsident: „Die Reform ist der richtige Weg. Wesentliche Ziele wurden Stück für Stück erreicht“, sagte Handel dem SÜDKURIER.

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