Es gibt weder Gut noch Böse. Und das mit der sogenannten Gerechtigkeit ist sowieso so eine Sache. Todkrank ist er, der Kommissar, der sich jahrzehntelang dem einen Ziel verschrieben hat, während der obszöne Zyniker nach wie vor die Fäden zieht und seine Marionetten tanzen lässt. Ist das vielleicht gerecht? Abwarten, denn das Schachspiel des Lebens hält noch manche überraschende Wendungen bereit. Das Katz-und-Maus-Spiel kann beginnen.
Wieder einmal Dürrenmatt hat sich die Theater-AG des Graf-Zeppelin-Gymnasiums unter der Leitung von Dagmar Mader vorgenommen. Doch Vorsicht: „Der Richter und sein Henker“ lässt das Blut gefrieren und taucht nicht nur die Bühne in dubioses kriminalistisches Licht. Der ganze Colsman-Saal des Graf-Zeppelin-Hauses wird zum Mittelpunkt des mörderischen Geschehens und nimmt die innerlich bereiten Zuschauer mit – in das muffige Amtszimmer, in die trinkfreudige Weinstube, ins Cabrio, das nicht nur die Herren Kriminaler zum Tatort führt, sondern auch zum Ort frivoler Liebesabenteuer, und nicht zuletzt genau dorthin, wo die finale Pistolenkugel den ihr längst vorbestimmen Weg findet.
Klasse, mit welcher fantasievollen Raffinesse die Theater-AG sich dieses Klassikers angenommen hat. Fleißige Ermittlerinnen als flippige CSI-Groupies und ein heiß begehrtes Fräulein, das nicht nur im Auto, sondern auch auf dem Fahrrad eine gute Figur macht? Warum nicht. Gerade die gelungenen Regiegags sind es, die der dramatischen Handlung zur gewünschten Leichtigkeit verhelfen. Vor allem aber treten die Charaktere in der gebotenen Schärfe zu Tage. Da ist Bernhard Strobel als ein innerlich gebrochener und doch zur letzten Konsequenz bereiter Kommissar Bärlach, Richard Lange als sein vor ekelerregendem Narzissmus nur so sprühender Gegenspieler Jacques Gastmann, Christopher Jäntsch als hintertriebener und doch so ahnungsloser Kommissar Tschanz und Julia Veser als tüchtige Kriminaldirektorin, die vor allem aber weiß, dass ein politisch einflussreicher Weltmann grundsätzlich über jeden Verdacht erhaben ist – aber auch die Nebenrollen sind nicht weniger stimmig besetzt. Zum Schluss kommt es so, wie es kommen muss. Schachmatt. Hat die Gerechtigkeit gesiegt? Innere Genugtuung für den Gedemütigten? Wer weiß das schon. „Noch ein Jahr“, sagt Kommissar Bärlach. Das Spiel ist aus. Applaus für eine schauspielerisch reife Leistung!
Seit mehr als 60 Jahren ist das Seehasenfest, das Kinder- und Heimatfest der Stadt Friedrichshafen, ein Höhepunkt im Jahreskalender.
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