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Schwarzwald-Baar-Kreis

Villingen-Schwenningen:  Große Freude über kleine leuchtende Kinderaugen

27.12.2011
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Lesereise von Barbara Dickmann mit ihrem Buch durch die Region

Wissen Sie, was das härteste Publikum ist? Wer die erbarmungslosesten Kritiker und wem Sie kein U als A vormachen können? Wer einfach einschläft, unruhig hin- und her- rutscht, plötzlich aufsteht und dazwischen ruft? Es sind keine Stars, keine hochrangigen Politiker, nicht Ihr Chef oder Ihr Intensivsozialpartner – es sind unsere lieben Kleinen, der Stolz der Familie im besten Alter zwischen vier und zehn Jahren.

Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche. Denn auf meiner Lesereise, die in Triberg begann und in Donaueschingen endete, durfte ich sechsmal erleben, was es heißt, vor Kindern zu sprechen, auf sie einzugehen und wie anstrengend es ist, sie gut 60 Minuten zu fesseln. Um es vorneweg zu sagen, mein Respekt gegenüber Pädagogen, die das tagtäglich machen und dazu noch Mathe, Deutsch oder Englisch in der 5. Stunde vermitteln müssen, ist enorm gestiegen. Alles begann mit dieser ziemlich harmlosen Frage unseres SÜDKURIER-Regionalleiters Norbert Trippl. „Kannst Du gut vorlesen?“ Na ja, nach 35-jähriger Erfahrung mit zwei eigenen und drei Enkelkindern lag die Antwort auf der Hand und dann präsentierte er mir die Idee, mit meinem frisch gedruckten Kinderbuch für den SÜDKURIER „on tour“ zu gehen und das gleichzeitig mit einer Spendenaktion für die Rehabilitationsklink Katharinenhöhe in Schönwald zu verbinden. Eigentlich stellte ich mir das ungefähr so vor: Anreise 10 Minuten vorher, Buch in der Hand, blah, blah, blah... leuchtende Kinderaugen, begeisterter Applaus und fertig.

Doch was daraus wurde, war folgendes: Termine vereinbaren, Location suchen, kleines Rahmenprogramm organisieren = zwei Tage. Die Hauptfiguren auf große Tafeln ziehen lassen, passende Staffeleien und einen Plastiktannenbaum kaufen, große Laterne von der Schwiegertochter borgen, kleine Geschenke für die Kinder organisieren... weitere zwei Tage. Am Tag der Lesung: Anreise mit zwei Autos und mindestens drei Familienmitgliedern. Entladen, Aufbau der Deko: eine Stunde und hinterher wieder die ganze Geschichte rückwärts. Hätte ich doch bloß „Harry Potter“ geschrieben und nicht „Der erste Winter im Schwarzwald“. Tja, der Weg zur Bestseller-Autorin ist ein steiniger! Doch dann passierte immer wieder folgendes: Mitten in der Lesung kicherten und lachten die Kinder, schmunzelten die Mütter, Omas und Tanten und aus den zwei, drei Kapiteln, die ich eigentlich nur lesen wollte, wurden sieben (von acht). Immer wieder schauten sie auf die Staffeleien mit den Hauptfiguren und tatsächlich – ich sah in leuchtende Kinderaugen und das war einfach nur schön.

Und bald dachte ich voller Mitleid an die „arme“ Harry Potter-Bestseller-Autorin Joanne K. Rowling, die so etwas vielleicht nicht erleben durfte. Ach ja, auch ein Kind schlief mal ein – was mich ziemlich irritierte. Doch die Mutter beruhigte mich. Das läge nicht an meinem Buch, ihre Tochter sei einfach zu spät ins Bett gekommen und die Geschichte wäre so schön, dass sie gleich das Buch kaufen würde. Ehrlich gesagt, ich war sofort bereit, das zu glauben. Als dann in Furtwangen tatsächlich nur gestandene Frauen zu der Lesung kamen, war ich total überrascht. „Das Buch erweckt so viele Kindheitserinnerungen in mir“, sagte eine von ihnen und wollte gleich einen weiteren Vorlese-Termin in einem Café ausmachen. Fazit nach zweieinhalb anstrengenden Wochen: Etwas heiser, ziemlich fertig - aber sehr zufrieden. „Der erste Winter im Schwarzwald“ haben mittlerweile viele kleine und große Kinder zu Weihnachten bekommen und hoffentlich viel Spaß daran. Zwei Spendendosen für die Katharinenhöhe sind wohl gefüllt und welcher Betrag aus dem Bücherverkauf an die Rehabilitationsklink weitergegeben wird, erfahren Sie in 2012.

Danke an Friedrich Lutz, unserem Triberger SÜDKURIER-Redakteur, der bereitwillig seine Redaktion in einen Kinder-Kuschel-Leseraum verwandelte. Im Deutschen Theater in St. Georgen, in der Villinger Stadtbibliothek, im Haus des Gastes in Bad Dürrheim, in der Buchhandlung Wunderbaar in Donaueschingen und im Alle-Welt-Laden in Furtwangen wurden kostenlos Räume zur Verfügung gestellt und liebevollst ausgestattet. Und vielen Dank an Madlen Schäfer (Buchhandlung Schönenberger in Triberg), die fleißig Spenden sammelte. Danke für das jeweilige Rahmenprogramm an die Schülerinnen der Jugendmusikschulen St. Georgen, Furtwangen und Donaueschingen, an den „Clown“ Heinrich Greif und Alleinunterhalter Edwin von der Rehabilitationsklink Katharinenhöhe. Die ganze Geschichte geht weiter. Im Januar in Blumberg (Termin wird noch bekannt gegeben) und im Februar mit großem Begleitprogramm in der Katharinenhöhe. Eine Anfrage von einer Lehrerin liegt bereits vor, die eine Vorlese-Stunde einplanen möchte und im November 2012 bin ich zu einem „Kinderbuchtag“ in die Schweiz eingeladen worden.

Und natürlich muss auf „Der erste Winter im Schwarzwald“ ganz klar noch eine (oder mehrere) Fortsetzung(en) folgen. Ich weiß gar nicht, worauf ich mich jetzt mehr freue – auf Kommentare, Fragen und leuchtende Kinderaugen bei den Lesungen oder auf das Schreiben.

Typisch Frau
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