Eine tierisch närrische Randgeschichte, aufgespießt in einem Villinger Winter-Garten
Kunterbunt närrisch ist es im Städtle. Die Fasnetbändel flattern in kräftigem Weiß-Blau gegen das Grau-in-Grau des Winterwetters und der Fasnetgoascht rumort immer kräftiger in ällene Gässle und Stroaße.
Im Garten eines prominenten Villingers geht es in diesen Tagen auf ganz andere Weise hoch her: Ein hungriger Fuchs streift hier unweit des Hubenlochs mit knurrendem Magen durch das Geläuf. Meister Reineke allerdings kann hier nicht ungehindert auf Streifzug gehen. Argwöhnisch beäugt ein alteingesessener Kater jede Bewegung des vierbeinigen Gastes . Miau – so raunzt der Kater dem Besucher entgegen und krallt seine Pfoten entschlossen in den eisigen Untergrund. Was wird wohl diese spitze Schnauze in diesen eiskalten Villinger Tagen in meinem Garten zu suchen haben? Lieber genau hinsehen, wundert sich der Villinger Kater angesichts des unübersehbar abgemagerten Bauchs des Garten-Besuchers. Während sich der Kater noch ein paar Tropfen lecker lauwarmer Milch von den Barthaaren schleckt, stromert unter einem Obstbaum der Fuchs über den hart gefrorenen Schnee, in der Hoffnung, dass gleich ein Mäuschen seine neugierige Nase ans Tageslicht streckt.
Statt einem Mäuschen schächeln jedoch lediglich zwei Villinger Bürger hinter ihren Wohnzimmergardinen hervor und beobachten das tierische Treiben in ihrem Winter-Garten. Mensch, sagt der eine Villinger zum anderen: So ein schöner Fuchswaddel. So buschig. Und lang. Der wäre wirklich schön zu meiner Rosen-Masch'. Ja, bemerkt der andere Villinger, wieso sind eigentlich so viele Fuchsschwänze der Villinger Narros schwarz-weiß und nicht natürlich gefärbt wie hier bei unserem Fuchs im Garten? Stammen die schwarz-weißen Fuchsschwänze am Ende gar aus düsteren Tierkäfigen, herangezüchtet von skrupellosen Pelzhändlern, die nichts als schnöden Profit im Sinn haben? Niemand weiß Genaues, schnauft es als Antwort und gemeinsam grübeln die Herren bei einem guten Glas und verfolgen weiter das bilateral-tierische Treiben in ihrem Garten.
Dort sitzt immer noch das aufmerksame Katerle und bewacht sein Revier. Reinecke Fuchs allerdings hat es vorgezogen, um die Ecke nach Mäuschen Ausschau zu halten. In manchen Villinger Gärten, so heißt es schließlich in der Legende, geht es unerbetenen Besuchern nämlich plötzlich ans Fell… (tri)