Villingen-Schwenningen Wenn eine Schule in 200 Container zieht

Nun wird es bald ernst für das Gymnasium am Deutenberg, das größte in Villingen-Schwenningen. Wegen der Generalsanierung wird ein Containerdorf bezogen. Erweiterungsbau voraussichtlich Ende des Monats fertiggestellt

Es läuft rund beim Schwenninger Gymnasium am Deutenberg: Der Erweiterungsbau soll in wenigen Wochen fertig sein. Das Containerdorf nimmt Formen an und der erste Abschnitt steht bereits. Rektor Manfred Koschek arbeitet mit seinem Team auf Hochtouren – die Pädagogen müssen neben ihrem normalen Schulalltag den Umzug bewältigen und das klappt mit eigenen Mitteln. Die Herausforderung ist notwendig und gewaltig – denn in den nächsten zwei Jahren wird die Bildungsstätte für knapp 27 Millionen Euro saniert:

  • Mitte Mai: Ein Zug der Containersiedlung steht bereits, insgesamt lässt die Stadt zwei Züge bauen, berichtet Koschek. Mit dieser Investition in Höhe von 1,6 Millionen Euro beschäftigte sich aktuell auch der Technische Ausschuss. Ursprünglich ging die Stadt davon aus, dass die Containermiete in drei Tranchen zwischen 2017 und 2019 fällig wird. Das hätte sich auf 1,9 Millionen Euro summiert. Nun will die Firma die gesamte Summe, mit 1,6 Millionen 300 000 Euro weniger, bereits früher, mit der Fertigstellung der Containeranlage in diesem Jahr. Die Mitglieder des Technischen Ausschusses stimmten dem zu, endgültig entscheiden muss aber der Gemeinderat.
  • Ende Juni: Voraussichtliche Fertigstellung des Erweiterungsbaus, der erst nach der zweijährigen Gesamtsanierung des Hauptgebäudes im Sommer 2019 den Fünft- und Sechstklässlern, die bis dahin auf der Hallerhöhe untergebracht sind, zur Verfügung stehen wird. Für Manfred Koschek ist das eine Lösung, mit der er "hochzufrieden ist", denn so bleiben die Jüngeren in einem "wirklich tollen Gebäude" unter sich. Acht Klassenräume entstehen mit Bibliothek und beispielsweise auch einem Ganztagesbereich. Dass WLAN installiert ist, dürfte schon eher eine Selbstverständlichkeit sein, doch in den Klassenzimmern stehen auch neue weiße Tafeln, die nur mit speziellen Stiften beschrieben werden. Zudem ist das Gebäude mit einem vollständigen Amokalarm-System mit den notwendigen Lautsprechern und Schlüsselsystemen ausgerüstet – und ist damit eines der ersten in einer städtischen Bildungsstätte. Damit dürfte es als Muster für weitere kommunale Einrichtungen dienen, meint Koschek.
  • Anfang Juli: Während der Bauarbeiten am Hauptgebäude soll im Erweiterungsbau die Kursstufe, also die Elft- und Zwölftklässler, unterrichtet werden. Wenn alles klappt, kann sich Koschek vorstellen, dass in diesem Jahr am 3./4. Juli die Schüler ihr mündliches Abitur dort ablegen. Gerade dafür seien die High-Tech-Räume mit ihren besonderen Präsentations-Möglichkeiten gut geeignet.
  • 17. bis 21. Juli: Es wird ernst für den größten Teil der 900 Schüler. Ein vier Tage dauernder Umzug in das Container-Dorf steht an. Die größte Herausforderung für Manfred Koschek und sein Team war es, möglichst alle Schüler "sinnvoll zu beschäftigen". So entstand ein ausgeklügelter Plan, der Unterricht, Ausflüge und den Einsatz von Jugendlichen als Umzugshelfer vorsieht. Für die schweren und unhandlichen Stücke sowie zum Beispiel auch das Gefahrgut werden Profis benötigt, für das handliche Mobiliar könnten zwischen 60 und 70 junge Umzugshelfer eingesetzt werden. In dem Bereich mit 200 Containern, etwa drei bis vier bilden ein Klassenzimmer, werden bis zu 24 Klassen der Stufen 7 bis 10 untergebracht. "Voll des Lobes" ist Koschek über die bereits fertiggestellten Container-Klassenzimmer: "Sie sind fast eine Verbesserung zu den jetzigen, alten Räumen", die bisher gewonnen Eindrücke seien sehr gut. Es stehen auch Fachräume, zum Beispiel mit einer Gasverbindung für Chemie, und Aufenthaltsbereiche zur Verfügung.
  • Ab Ende Juli: Theoretisch könnte bereits ab 22. Juli, also mit dem Ende des Umzugs, mit der Sanierung des Hauptgebäudes begonnen werden, berichtet Koschek. Wenn nach dem Ende der Ferien die Schule wieder startet, dann sollten sich die Störungen durch den Baubetrieb in Grenzen halten. Darauf zielte auch die Frage ab, die bei den Neuanmeldungen den Pädagogen immer wieder gestellt wurde. Koschek und seine Lehrer konnten die Eltern aber auch mit dem Verweis auf die Hallerhöhe beruhigen: Nun wollen 150, eine hohe Zahl, am Gymnasium am Deutenberg in dann voraussichtlich fünf Klassen beginnen.

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