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Villingen-Schwenningen Warum junge Menschen Altenpfleger werden wollen

Drei Berufseinsteiger schwärmen von der Arbeit. Die Aufgabe fordert, gibt aber auch viel zurück.

Anja Fessing, Jacqueline Lauer und Jonas Wohlgemuth besuchen die Berufsfachschule für Altenpflege an der Albert-Schweitzer-Schule in Villingen. Sie sind im ersten Jahr ihrer Ausbildung und haben verschiedene schulische Hintergründe, aber eines ist ihnen gemeinsam: „Wir lieben den Beruf der Altenpflege, er gibt uns ungemein viel“, erklären sie unisono bei einem Gespräch, gemeinsam mit Pädagoge Peter Anders und Gudrun Astfalk, Studiendirektorin im Fachbereich Sozialpflege.

Anja Fessing besuchte die Hauptschule, begann eine Ausbildung als Zahntechnikerin, die sie abbrechen musste, ab dem Jahr 1997 arbeitete sie als ungelernte Helferin in der Altenpflege. „Ich bin hier im ersten Jahr in der Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Bestehe ich die Prüfung mit mindestens 2,5, kann ich in das zweite Jahr der dreijährigen Ausbildung zur Altenpflegerin einsteigen“, erklärt sie und betont, dass sie sich weiterentwickeln möchte, um später auch mehr Kompetenzen zu erhalten. Ihre praktische Ausbildung absolviert sie im Christoph-Blumhardt-Haus in Königsfeld.

Jacqueline Lauer arbeitete nach der Mittleren Reife ein Jahr als ungelernte Helferin in der Altenpflege und ist jetzt im ersten Jahr der Ausbildung zur Altenpflegerin, ihre praktische Ausbildung absolviert sie in der Parkresidenz am Germanswald in Villingen. Jonas Wohlgemuth machte nach der Mittleren Reife ein freiwilliges soziales Jahr in der Rehaklinik in Donaueschingen. Dort seien auch ältere Menschen gewesen, die Arbeit mit ihnen habe ihm so gut gefallen, dass er ebenfalls die dreijährige Ausbildung begann, berichtet er, zur Zeit ist er im ersten Ausbildungsjahr im Christoph-Blumhardt-Haus in Königsfeld in der Demenz-Station tätig.

Obwohl sowohl die theoretische Ausbildung an der Albert-Schweitzer-Schule als auch die praktische Ausbildung schwierig und anstrengend sind, betonen die drei Auszubildenden, dass ihnen die Pflege und der Umgang mit alten Menschen sehr viel gebe. Die Menschen seien so dankbar für Zuwendung, sie hätten unendlich viel aus ihrem Leben zu erzählen und manche Bewohner seien richtig witzig, erklären sie.

Es gebe leider viele Menschen, die vergeblich auf Besuch warten, bedauern sie: „Ich wurde schon von einigen Bewohnern gefragt, ob sie Weihnachten alleine verbringen müssen“, erklärt Jacqueline Lauer und meint, dass es ihr Freude bereite, mit den Bewohnern Weihnachten zu feiern. Gudrun Astfalk und Peter Anders weisen darauf hin, dass nach der dreijährigen Ausbildung den dann examinierten Altenpflegern alle Möglichkeiten zur Weiterbildung offenstehen: Die Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung, zur Fachkraft in Psychiatrie für ältere Menschen oder zum Pflegemanagement seien unter anderem möglich, erklärt sie und betont, dass die Schule mit Hochschulen zusammenarbeite und man sich parallel zur Ausbildung immatrikulieren könne.

Auf die Frage, was sie in der Theorie lernen müssen, zählen die drei zukünftigen Altenpfleger auf: „Anatomie, Physiologie, Arzneimittelkunde, Rechtskunde, Gerontologie, Krankheitslehre und mehr – aber sie wussten, was auf sie zukommt. Peter Anders erklärt abschließend, dass der Beruf der Altenpfleger längst nicht mehr den etwas negativen Touch von früher habe und Anja Fessing, Jacqueline Lauer und Jonas Wohlgemuth schmunzeln: „Hinter unserem Beruf steht so viel mehr als nur das Waschen und Füttern der Bewohner, wir sind froh, diesen Beruf erlernen zu dürfen.“

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