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Villingen Villinger Komödianten feiern 10-Jähriges Bühnenjubiläum

11.05.2009


Es war ein Abend der Superlative. Nach fast vierstündigem Programm hatte sich die Stimmung auf und vor der Bühne zu kollektiver Euphorie gesteigert; die Villinger Kumedie um den wie immer göttlich mosernden Thomas Moser übertraf sich selbst mit ihrem komödiantischen Kaleidoskop aus dem vergangenen Jahrzehnt. Die Neue Tonhalle war am Samstag voll besetzt, unter dem Publikum waren viele Mitglieder der Amsel-Kontaktgruppe Schwarzwald-Baar, der die Benefiz-Gala gewidmet war. Kurz vor Mitternacht nahm Amsel-Leiterin Yeonghee Krug einen Scheck über 8000 Euro in Empfang.

Die illustre Geburtstagsfeier markierte zugleich eine Zäsur in der Geschichte der Kumedie. Urgesteinskomiker Fridolin Ströbele und die beiden Blödel-Helden Bruno Moser und Roland Grammel hören auf. Gemessen an ihrer Bühnenpräsenz, an Intensität und Enthusiasmus ihres Spiels fällt der Abschied schwer. Thomas Moser bleibt dem Publikum erhalten, ebenso sein Sparringpartner und alter Ego Michael Sommer. Brillant war das Debüt von Frank Blom, dem die Sympathien bei seiner grandiosen Elvis-Parodie zuflogen. Im Oktober wird sich das um ihn erneuerte Kumedie-Trio mit neuem Programm vorstellen.

Doch erst einmal wurde gemeinsam Geburtstag gefeiert – die glorreichen Sechs zogen alle Register ihrer Kunst. Die bewährte Mischung aus Klamauk und Kabarett, Travestie und Parodie sorgte für eine Stimmung wachsender Heiterkeit, das Publikum ließ sich mitreißen in den Sog guter Laune. Am schönsten war, dass sich auch die vor Vergnügen auf die Schenkel schlugen, die sonst vermutlich nicht so viel zu lachen haben, denn sie leiden an Multipler Sklerose – etliche waren ihren Rollstühlen gekommen.

Eingefleischte Fans kennen und lieben die Nummern seit Jahren. . Etwa Mosers grandioses Lamento über den 40. Geburtstag. Das Publikum gluckst begeistert über die Verwandlung des Astralkörpers zum Schlabberfuzzi. In Windeseile wechseln die Männer Klamotten und Perücken, pure Unterhaltung, Spaß haben, befreit lachen und albern sein ist das Ziel, das auch mit groteskem Männerballett als kleiner Hommage an die närrischen Wurzeln erreicht wird. Szenische, musikalische und akrobatische Gags wechseln ab, der Humor ist derb und nichts für Zimperliesen, aber weil sich die Protagonisten stets selbst auf's Korn nehmen, hat er nichts Verletzendes.

Man ist so alt, wie man sich anfühlt, lautet die fröhliche Botschaft bei der Zugnummer mit dem Duo Moser/Sommer. Letzterer erscheint als gebücktes Mariele, trägt Strings unterm Altweiberrock und schiebt ein Gehwägele mit Klopapierrollen als Seitenairbag. Die Trombose-Sisters begeistern mit flottem Rock'n'Roll. Das Publikum wird einbezogen ins turbulente Geschehen und dessen Teil. Bisweilen tauchen Frank Blom und Michael Sommer aus dem Saal als Störenfriede auf und glänzen mit Gesangsparodien, ein allerletztes Mal ist Fridolin Ströbele als Prince zu genießen, es ist die Nummer, die er am wenigsten mag. Das bekennt er, bevor er sich die Wäscheklammer an die heilige Stelle klemmt, was die ultimative Erklärung für die schmerzverzerrte hohe Stimme des Weltstars ist. Das Publikum bedankte sich mit nicht enden wollendem Beifall für ein paar unbeschwerte, fröhliche Stunden.

Christina Nack

Benefizveranstaltung 10 Jahre Kumedie
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