Villingen-Schwenningen Verein „Pro Stolpersteine“ lädt zu Mahnwachen ein

Der Verein „Pro Stolpersteine“ lädt ab dem 26. Oktober seine Mitglieder und interessierte Bürger wieder zu regelmäßigen Mahnwachen ein. Damit soll der Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes gedacht werden.

Der im Mai aus der Bürgerinitiative entstandene Verein „Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen“ hat sich zu seiner ersten Mitgliederversammlung getroffen. Wichtigste Nachricht: Am Sonntag, 26. Oktober, startet der Verein wieder mit den Mahnwachen. Bis Ende Januar gedenken dann wie schon im Vorjahr jeden Sonntagabend um 19 Uhr Bürger der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Wie der erste Vorsitzende, Friedrich Engelke, im Gespräch mit dem SÜDKURIER erklärt, will der Verein nicht nur an ermordete Juden erinnern sondern auch der Opfer religiöser, politischer und sexueller Verfolgung, Euthanasie-Opfer und Sinti und Roma gedenken. Dies steht auch als Vereinsziel in der Satzung.

„Wir waren ja bislang sehr auf Villingen fokussiert, jetzt ist es unser Bestreben, auch in Schwenningen aktiver zu werden“, formuliert Engelke ein weiteres Ziel. Das neugewählte Beiratsmitglied Dieter Brandes wird sich aus diesem Grund intensiv um die NS-Opfer aus der Volksgruppe der Sinti und Roma kümmern und Ende November eine erste Mahnwache in Schwenningen organisieren. „Das war uns sehr wichtig“, betont Engelke. Der Termin für die Villinger Mahnwache am 26. Oktober soll an die Deportation von jüdischen Mitbürgern am 22. Oktober 1944 erinnern.

Um das Anliegen des Vereins in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, legte Friedrich Engelke den Entwurf eines Flyers vor, der demnächst erscheinen soll. „So können wir gezielt Mitglieder werben und die Menschen informieren, um was es uns eigentlich geht“, so Engelke. So können Interessierte beispielsweise Patenschaften für Stolpersteine zum Preis von 130 Euro übernehmen. 19 Stolpersteine existieren bereits, zwei sind in Arbeit und diese Stolpersteine hat Friedrich Engelke bei der Gründungsversammlung dem Verein gestiftet. „Die Steine werden sich in Villingen bewegen und ihren Platz finden“, zeigt sich der engagierte Vorsitzende optimistisch. Schon jetzt werden die Steine beispielsweise in Schulen gezeigt. Nach der knappen Ablehnung des Gemeinderates zur Verlegung der Steine vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer hofft Engelke trotzdem, dass die Steine irgendwann den ihnen zugedachten Platz finden.

Die Mitglieder haben bei der Versammlung auch den Vorstand komplettiert: So ist Irene Leute-Reibenstein künftig als Schatzmeisterin tätig. Die fünf neuen Beiratsmitglieder sind Dieter Brandes, Gunther Volks als Vertreter der jüdischen Gemeinde in Rottweil, der evangelische Dekan Wolfgang Rüter-Ebel und die beiden Lehrer Heinrich Schidelko und Katja Scheele.

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Stolpersteine in Villingen-Schwenningen: Im November 2013 hat der Gemeinderat in Villingen-Schwenningen die Stolpersteine erneut abgelehnt. Bereits im Jahr 2004 stimmten die Räte gegen diese Form des Gedenkens an die Judenverfolgung im Dritten Reich. Dabei gab der Verlauf der Debatte zunächst Anlass zur Hoffnung, dass die Abstimmung im Gemeinderat anders ausgeht. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Stolperstein-Debatte in Villingen-Schwenningen.
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