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08.10.2012  |  von Gerhard Hauser  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Über 700 bei heißer Rathausdebatte

Villingen-Schwenningen -  Hoch her ging es gestern bei dem Streitgespräch um das neue zentrale Rathaus. Vom SÜDKURIER-Medienhaus organisiert entwickelte sich die Diskussion trotz aller lautstarken Meinungskundgebungen zu einem fairen Austausch, zu dem SÜDKURIER-Regionalleiter Norbert Trippl in seiner Einführung aufgerufen hatte.

Rund 700 Bürger interessieren sich für das vom Medienhaus SÜDKURIER organisierte Streitgespräch in der Villinger Neuen Tonhalle, wie wichtig ein neues zentrales Rathaus ist.  Bild: Roland Sprich

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Neue Erkenntnisse, ob sich das 46 Millionenprojekt für die Stadt lohnt oder eben nicht, ergaben sich zwar nicht, eines wurde jedoch deutlich: Die Bürger haben es am 21. Oktober an der Wahlurne selbst in der Hand, mit einer klaren Mehrheit das geplante Großprojekt zu befürworten oder abzuschmettern.

Oberbürgermeister Rupert Kubon machte den Standpunkt der Verwaltung und der Mehrheit des Gemeinderats in einem ersten Diskussionsblock deutlich: Die Stadt müsse, wie immer wieder vom Regierungspräsidium gefordert, ihre laufenden Ausgaben senken.

Dies könne nachhaltig durch eine Zentralisierung der Verwaltung erreicht werden. Bertold Ummenhofer von der Bürgerinitiative (BI) hielt dagegen, dass die Innenstädte nicht ausbluten, die historischen Gebäude nicht weiter verlottern sowie weitere Investitionen in Schulen, Straßen und Kindergärten nicht vernachlässigt werden dürfen.

Ein erstes Ausrufezeichen setzte er mit der Frage, wo denn Bürgermeister Rolf Fußhoeller sei, dem immer wieder vorgeworfen wird, er sei kein Freund eines neuen zentralen Rathauses. Er sei im Jahresurlaub auf einer Nordsee-Insel, antwortete Kubon.

CDU-Stadtrat und Obereschachs Ortsvorsteher Klaus Martin vertrat den erkrankten Rudolf Nenno als zweiten BI-Sprecher: Klaus Martin verwies darauf, dass sich die Investitionen erst ab 2027 lohnen würden, wenn überhaupt. Zuvor müssten aber allein 7,6 Millionen Euro investiert werden, was er als sehr kritisch ansah.

Der Villinger Architekt Franz Blaser unterstützte die Linie des OB. Blaser, früher ein Kritiker des Neubaus, hat sich inzwischen zum Befürworter gewandelt. Er plädierte für die Schaffung einer „urbanen Mitte“ und hoffte darauf, dass das Land mit weiteren wichtigen Verwaltungsgebäuden nachziehen werde.

Erstaunt wurde zum Schluss ein Brief von Alt-OB Matusza an die BI aufgenommen, in dem die jetzigen Kalkulationen in Frage gestellt werden. Er schätzte mindestens 57 Millionen Euro Baukosten. Matusza plädierte für eine dezentrale Struktur der Verwaltung.

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