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Villingen-Schwenningen Streit um Villinger Kneipenmeile

02.08.2012
Villingen-Schwenningen -  Vorwurf: Stadt bietet zu wenig Flächen für die Außenbewirtschaftung ab 2013.

Trotz Baustelle übt Domenico Wittkopf (links), Geschäftsführer vom Gasthaus Ott, die Außenbewirtschaftung schon einmal. Im nächsten Jahr will die Stadt sie in der Villinger Färberstraße freigeben: Fragt sich nur an wen? Es gibt mehr Interessenten als Platz.  Bild: Elke Rauls

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Die Villinger Kneipenmeile, die Färberstraße, ist noch gar nicht fertig saniert, da entbrennt bereits der erste Zwist um die künftige Nutzung: Um die Straße aufzuwerten, will die Stadt ab nächstem Jahr die Einrichtung von Straßencafés, -wirtschaften und Biergärten erlauben. Davon werden im Sommer 2013 von den 42 regulären Parkplätzen – ein weiterer Behindertenparkplatz wird ausgewiesen – zehn abgezwackt. Diese zehn Stellplatzflächen „sollen nun über die gesamte Färberstraße hinweg in Flächen für die Bewirtung durch die Gastronomie aufgeteilt werden“, teilte Stefan Assfalg, Referent des Oberbürgermeisters, auf Anfrage mit. Damit sind einige Gastronomen nicht zufrieden. Aktuell gibt es in der Färberstraße 15 Gaststätten und vier Imbissbetriebe. Sollte sich davon ein Großteil um eine Außenbewirtung bewerben, wonach es aussieht, ist ein Hauen und Stechen vorprogrammiert.
 

Domenico Wittkopf, Geschäftsführer des Gasthauses Ott, geht von fünf Konzessionen für die Außenbewirtung aus. „Dass ist viel zu wenig, das klappt nie“, befürchtet er. Den Vorschlägen der Stadt steht er reserviert gegenüber: Demnach sollen sich die Wirte entweder in einem jährlichen oder auch täglichen Rhythmus, zum Beispiel tagsüber als Straßencafé und abends als Biergarten, zusammenraufen. Keiner der Gastronomen sei bereit, in teures Mobiliar zu investieren, wenn es im nächsten Jahr ein anderer nutze oder er es gar nicht mehr herausstellen kann. Das gehe nur, wenn die Stadt die Stühle und Tische kaufe. Die beste Lösung für die Gastromomen sei: „Der Verkehr muss raus“, eine Fußgängerzone sei viel attraktiver, so Wittkopf.

Dann könne auch die Bestuhlung großzügiger angeordnet werden: Aktuell sei geplant, dass ein Abstand von 1,50 Metern von der Hauswand und noch einmal aus Sicherheitsgründen von 1,50 Metern von der Fahrbahn eingehalten werden müsse. Da bleibe ja kaum Platz.

Gegen eine größtenteils autofreie Zone stellt sich die Stadt: Die Färberstraße solle ein verkehrsberuhigter Bereich mit Tempo 20 werden, betonte Assfalg. So möchte die Verwaltung auch den Belangen der Einzelhändler und der Anwohner nachkommen. Allerdings müsse der Gemeinderat diesen Vorschlägen und denen zur Außenbewirtung erst noch zustimmen.

Den jährlichen Wechsel bei der Außenbewirtschaftung hält auch Michael Steiger, in der Färberstraße Inhaber von Irish Pub und Sport Pub für „sehr kompliziert“. Er hofft daher auf eine bessere Lösung. Grundsätzlich ist er jedoch mit den Anstrengungen der Stadt, zwischen Anwohnern, Gastronomen und Einzelhändler zu moderieren, zufrieden. Das sei gut gelaufen, sagte er, deswegen bringe es nichts, jetzt auf die Stadtverwaltung einzuschlagen. Deren Vermittlungsbemühungen werden erneut gebraucht. Die in VS allgemein gültige Sommerzeit im Freien beginnt während der Sommerzeit um 23 Uhr, ansonsten um 22 Uhr. Die Wirte in der Kneipenmeile plädieren auf 23 Uhr, die Anwohner schlagen mit Blick auf die Lärmemissionen 22 Uhr vor, berichtete OB-Referent Assfalg. Aktuell wird ein Kompromissvorschlag der Interessengemeinschaft Färberstraße beraten. Er sieht vor, dass freitags und samstags die Sperrzeit um 23 Uhr, an den übrigen Wochentagen um 22 Uhr beginnt.

Gegen diese Einschränkung wehren sich die Wirte: Wegen des kühlen Wetters hätten Kneipenbesucher in der aktuellen Saison nur an wenigen Tagen überhaupt die Möglichkeit gehabt, draußen zu sitzen, erläuterte Steiger. Auch Wittkopf ärgert sich über die Pläne, wenn Anwohner gleichzeitig auf ihren Terrassen munter weiterfeiern.

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Fast kein Mensch versteht, warum hier Autos parken dürfen und sollen? mehr ...
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