Bad Dürrheim - "Bad Dürrheim und seine Partnerstädte in Frankreich, Italien und Ungarn sind ein Mosaik für Europa, wies Bürgermeister Walter Klumpp auf die enge Verbindung hin. Die Zeltlager, die jeden Sommer im Wechsel von den Partnerstädten organisiert werden, wurden bislang durch die EU gefördert. "Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, ist Klumpp überzeugt, dass Europa das richtige Konzept ist, auch wenn zwei Länder die Verfassung gerade erst abgelehnt hätten.
"Das Parlament ist sich einig, dass die Wasserversorgung bei den Kommunen bleiben soll, sagte der Abgeordnete, der aus Rottweil stammt. Denn die hätten das bisher sehr gut gemacht und die Versorgungssicherheit müsse gewährleistet sein. Mit der Entbürokratisierung gehe es ihm auch nicht schnell genug. Aber, so warf der 32-jährige Jurist ein, oft sei es gar nicht die EU Schuld, sondern die Bundesregierung sattle auf ein europäisches Gesetz noch weitere Elemente drauf. Und oftmals entschieden nicht die Abgeordneten, sondern die Ministerien.
"Das Gesundheitswesen ist in erster Linie nationale Sache, wandte sich Schwab dem Thema zu, das Bad Dürrheim naturgemäß am meisten beschäftigt. "Arbeitsplätze im ländlichen Raum müssen erhalten und gestärkt werden. Im Gesundheitswesen seien mehr Menschen beschäftigt als in der Autoindustrie, machte er deutlich, dass er das Thema durchaus einordnen kann. Wo die europäische Union in diesem Zusammenhang etwas zu sagen habe, sei die Dienstleistung. So werde man darauf achten, dass bei der Krankenhausversorgung die Krankenkassen im Ausland nur nach Genehmigung zahlen. Generell aber steht der Politiker zum innereuropäischen Wettbewerb. Aber: "Die deutschen Einrichtungen haben einen Anspruch darauf, dass wir verhindern, dass die Krankenkassen ihre Patienten nach Osteuropa zur Kur schicken, bricht er eine Lanze für Deutschland. Denn: "Die Gesundheitsangebote hier sind auf hohem Niveau." Das bedeute aber auch, dass die heimischen Betriebe "die Kosten im Griff halten müssen. Und nach Ansicht des Christdemokraten sehe es mit dem Gesundheitssystem so wie es jetzt ist, schlecht aus. Es könne nicht sein, dass ständig hunderte Milliarden mehr ausgegeben würden als eingenommen. Ein Systemwechsel sei nötig, da war er sich mit Joachim Limberger, Vorsitzender der Bad Dürrheimer Christdemokraten und Andrea Kanold von den Liberalen einig. Zudem sei es ungerecht, dass manche Krankenkassen ihren Patienten Leistungen bezahlen, andere aber nicht. Die Versicherten müssten das gleiche - eine Grundversorgung - bekommen bei allen Kassen, das sei gerechter, so Schwab. Dass sie dann zwangsläufig für so manchen auf niedrigerem Niveau liege, findet er richtig. Der Patient solle dann selbst entscheiden, ob er die günstige Kur "nur mit der Badewanne nimmt oder eine wie in Bad Dürrheim, das einen schönen Park und Golfplätze bietet und einen hohen Freizeitwert.
"Bei dem hohen Niveau hat eine Stadt wie Bad Dürrheim im europäischen Wettbewerb sehr wohl eine Chance. Eine Idee, wo die liegen könnte, hat Kur-und-Bäder-Geschäftsführer Thomas Bank bereits. Patienten aus Amerika, Frankreich und der Schweiz sollen nach einer Operation in ihrem Land zur Rehabilitation nach Deutschland kommen. Denn das sei für sie günstiger als im eigenen Land. So wie für Deutsche eine Kur in Karlsbad beispielsweise günstiger ist. Bad Dürrheim wäre damit das Karlsbad der Schweizer oder Amerikaner.
