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Villingen-Schwenningen Stadt lässt 174 Bäume entlang der Tilsiter Straße fällen

24.11.2011
Villingen-Schwenningen -  Aufregung im Villinger Stadtteil Haslach: 174 Bäume sind gestern in der Tilsiter Straße gefällt worden. Einige Anwohner sind entsetzt. Nicht nur, weil sie die auf öffentlichem Grund stehenden Bäume teilweise selbst vor Jahren gepflanzt hatten. Das Tiefbauamt hatte die Anwohner über die Fällaktion vorab nicht informiert.
Richtiger Lärmschutz
Forstamt fällt einfach 174 Bäume

Vor dem Grundstück von Xaver Lechermann sind es gleich zwei parallel stehende Baumreihen, die gestern gefällt wurden.  Bild: Bilder: Hahne

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Gestern früh gegen 7.30 Uhr traute Rolf Aschenbrandt seinen Augen nicht. Als er aus dem Fenster seines Hauses in der Tilsiter Straße sah, um der Ursache des dröhnenden Lärms auf den Grund zu gehen, fielen auch schon die ersten Bäume am Zaun seines Grundstückes. 174 Fichten und andere Bäume waren es, die gestern im Laufe des Tages im Auftrag des Tiefbauamtes im Gebiet Haslach gefällt wurden, und das ohne Vorabinformation der Stadtverwaltung an die Anwohner.

„Das betrachte ich als Willkürakt“, schimpft Rolf Aschenbrandt. Und auch seine Nachbarin Karin Gässler ist geschockt. Es war das erste Mal, dass sie einen Vollernter bei der Arbeit gesehen hat, wie dieser „in Sekundenschnelle“ Bäume fällt und entastet. Sie bedauert vor allem, dass auch ein Ahornbaum an ihrem Zaun nicht mehr steht. Er hatte die Terrasse ihres Gartens beschattet. „Das muss man erst einmal verdauen“, meint sie.

Bei der Stadtverwaltung sorgte man sich um die Standsicherheit der über 30 Meter hohen Gehölze. Die 174 Bäume – vorwiegend Fichten, einige Tannen, 15 Buchen und Douglasien sowie elf Weiden – stehen nämlich durchweg auf öffentlichem Grund, erklärt Pressesprecher Stefan Assfalg auf Anfrage dieser Zeitung. Und ausgelöst worden war die Fällaktion von einem Anwohner, der sich bei der Stadt beschwert habe, dass die Wurzeln eines der Bäume seine Mauer beschädigt haben.

Und weitere Anwohner hatten Sorge, dass Bäume nicht mehr standsicher sind und auf Häuser stürzen könnten, so Stefan Assfalg. Der stellvertretende Leiter des städtischen Forstamtes Roland Brauner bekräftigt diese Einschätzung. Wegen des labilen Bodens auf dem Streifen sollten dort keine hohen Bäume stehen. Außerdem seien einige der Buchen vor einiger Zeit gekappt worden, so könne Wasser eindringen und das Holz faulen. „Das macht diese Bäume unberechenbar“, warnt Brauner.

Karin Gässler kann die Argumente für die Fällaktion durchaus nachvollziehen: „Irgendwann hätte man sicher was machen müssen.“ Allerdings: Sie selbst hatte den Ahorn-Baum vor 20 Jahren gepflanzt – auf Anraten der Stadt als natürlichen Lärmschutzwall gegen den schon damals angestrebten Nordzubringer, erzählt sie.

Auch für Rolf Aschenbrandt sind die Bäume nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern als Hindernis gegen Emissionen wichtig. Bereits seit Jahren wehren sich einige Anwohner im Gebiet Haslach gegen Lärm von Veranstaltungen aus der nahe gelegenen Motocross-Halle (wir berichteten). Aschenbrandt und auch andere Bewohner befürchten nun, dass noch mehr Lärm aus der Halle zu ihnen durchdringt.

Jedenfalls: Der abgeholzte Streifen – laut Pressesprecher Assfalg als „Wegegrundstück“ in den Plänen verzeichnet – soll wieder begrünt werden. „Wir haben hier die Chance ihn als gestaffelten Waldtrauf aufzubauen“, erklärt Roland Brauner. Dass bedeutet, dass das Forstamt auf dem Streifen Sträucher und niedrig wachsende Bäume ansiedeln will, so dass eine kontinuierlich ansteigende Kurve bis hinauf zu dem dahinter liegenden Wald entsteht. Diese Nachricht wird Karin Gässler und die übrigen Anwohner freuen. Denn durch den Kahlschlag schauen sie nun in „dunkle Löcher“, das sieht jetzt nicht mehr so schön aus“.

Kommentar: Reden ist Gold
Gut so Horrido.
von unbekannt
...ich denke so kann ich das mittragen und muss nicht Tree's Right Watch informieren. mehr ...
An der Checker
Danke für den Hinweis bzgl. der Baumwürde! Eine Nachfrage beim Forstamt ergab, dass bei ... mehr ...
An der Checker
Danke für den Hinweis bzgl. der Baumwürde! Eine Nachfrage beim Forstamt ergab, dass bei ... mehr ...
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