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15.09.2011  |  von  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Sein Herz schlägt für den Rennsport

Villingen-Schwenningen -  Villingen-Schwenningen – Daniel Keilwitz hat Benzin im Blut. Mit 15 fuhr er seine ersten Rennen, heute ist der 22-Jährige Villinger professioneller Rennfahrer und wurde im vergangenen Jahr FIA-GT3-Europameister.„Ich habe mich schon von Klein an für Autos interessiert“, sagt Daniel Keilwitz und sein Vater Thomas ergänzt: „Mit fünf Jahren war er auf dem Hockenheimring dabei.“ Thomas Keilwitz war damals hobbymäßig auf der Rennstrecke unterwegs.

Mit der Corvette fährt Daniel Keilwitz 16 Rennen pro Saison. Er kommt dabei auf Rennstrecken in ganz Europa herum.



Sein Herz schlägt für den Rennsport

Mit zwölf Jahren begann Sohn Daniel mit dem Rennsport. Mit 15 machte er die Internationale C Junior Lizenz für Formel-Rennwagen und schaffte es, die Rennen und die Schule unter einen Hut zu bringen. Er ging auf die Karl-Brachat-Realschule, wo es kein Problem war, dass er ab und zu für ein Rennen ausfiel, da die Noten gut waren.

Der Weg zur Formellizenz führte über einen zweitägigen Lehrgang mit Theorie und Praxis auf einem leeren Flughafen, auf dem der damals 15-Jährige im Rennwagen beschleunigen, Bremsen und Slalom fahren übte. Für den Autoführerschein hatte er später durch die Rennen schon ein Gefühl für das Auto. Parkübungen und Ähnliches holte er nach. „Die Prüfung war zwei Wochen vor meinem 18. Geburtstag“, erzählt Daniel Keilwitz. „Bis ich wirklich fahren durfte, musste ich noch warten.“ In den Rennen ist der amtierende GT3-Europameister gemeinsam mit seinem Copiloten in einer Corvette mit rund 270 Stundenkilometer unterwegs. Auf der Autobahn reizt er seinen feuerroten, ps-starken BMW aber nicht so aus. „Ich fahre ganz normal und nicht übertrieben schnell“, sagt er. Eine Corvette würde er privat auch gerne fahren, doch diese sei zu teuer.

Nach der Schule machte Daniel Keilwitz eine Ausbildung zum Informatikkaufmann, arbeitet aber heute Seite an Seite mit seinem Vater im eigenen Autohaus in Schwenningen. Normale Arbeitswochen seien schon in der Ausbildung schwierig gewesen, erzählt der Rennfahrer, da er während der Saison fast jede Woche von Donnerstag bis Montag unterwegs sei. Der eigene Autohandel bietet ihm die berufliche Flexibilität, professionell Rennen zu fahren. „Ich wollte mein Hobby zum Beruf machen und hoffe, dass ich davon irgendwann mal leben kann.“

Thomas Keilwitz begleitet seinen Sohn auf jedes Rennen. Seine Mutter Silvia dagegen könne nicht live zusehen, wie er so hohe Geschwindigkeiten fahre, erzählt der 22-Jährige. Sie schaue sich die Rennen nur im Fernsehen an. Insgesamt hat Daniel Keilwitz in seiner bisherigen Rennfahrerkarriere zwischen 20 000 und 30 000 Kilometer ohne größere Unfälle auf Rennstrecken zurückgelegt. Die gewonnenen Pokale stehen bei Familie Keilwitz zuhause oder im Autohaus. „Langsam geht uns der Platz aus“, scherzt der 22-Jährige.

Daniel Keilwitz war schon auf den meisten Rennstrecken in Europa. Die Rennen führten ihn bisher schon bis nach Portugal oder England. Ein Traum für ihn wäre es, in den USA an Rennen teilnehmen zu können. „Die Strecken dort sind reizvoll und der Rennsport hat dort eine ganz andere Bedeutung. In Deutschland geht gegen die Formel 1 alles etwas unter.“

Wenn Daniel Keilwitz nicht Rennen fährt oder arbeitet, trainiert er an Fitnessgeräten im heimischen Keller. Unbekannte, neue Strecken fährt er schon auch mal am Computer als Simulation ab, aber richtige Trainingsfahrten in der Corvette gibt es nur an speziellen Trainingstagen. Die Trainings seien auch nur mit Sponsoren möglich. Eine Stunde an einem Trainingstag koste rund 2000 Euro. „Reifen, Benzin und Streckenmiete sind sehr teuer.“ Daher sei nach der Saison auch immer gleich wieder vor der Saison, erklärt Daniel Keilwitz. „Die Verhandlungen mit den Sponsoren laufen sogar jetzt schon.“

So oft es seine Zeit zulässt, ist der 22-Jährige bei seiner Freundin, die in Karlsruhe studiert. „Wir haben uns im Winter kennengelernt. Da habe ich mehr Zeit, etwas zu unternehmen, wenn die Saison zu Ende ist.“ Geburtstage, die in die Saison fallen, müssten immer zurückstehen. Zum Geburtstag seiner Freundin flog der 22-Jährige im vergangenen Jahr allerdings früher aus einer Testwoche in Portugal zurück.

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