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13.07.2012  |  von Claudia Hoffmann  |  6 Kommentare

Villingen-Schwenningen Sechs Füchse unter der Garage

Villingen-Schwenningen -  Unter der Garage der Familie Wagner in der Vom-Stein-Straße hatte sich vor rund drei Monaten eine Füchsin einquartiert und dort fünf Junge zur Welt gebracht. Jasmin Wagner hat die Tiere wie eine gute Reporterin im Bild festgehalten.

Haben sich für rund drei Monate in der Südstadt eingenistet: Eine Fuchs-Mutter mit ihren fünf Jungen.  Bild: Jasmin Wagner

Im Gegensatz zum scheuen Waldfuchs fühlt sich der in der Stadt aufgewachsene Fuchs wohl in direkter Nachbarschaft des Menschen.

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Autor
Claudia Hoffmann
Redakteurin / Lokalredaktion Villingen

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Das muss man zum Fuchs in der Stadt wissen
  • Wie gefährlich ist ein Fuchs?

    Er greift keine Menschen an, betont Tobias Kühn. Katzen und Hunde gehören nicht zu seinem Beuteschema. Füchse fangen Gänse, Hühner, Vögel, Marder, Mäuse und Ratten. Seit sich die Füchse in der Stadt vermehrt haben, gebe es weniger Ratten, die auch Krankheitsüberträger sind. Werde die Fuchsmutter provoziert, kann sie beißen. Auch streicheln sollte tabu sein.
  • Und was ist mit Tollwut und Fuchsbandwurm?

    Keine Gefahr bestehe wegen Tollwut, die gebe es seit vielen Jahren nicht mehr. Sicherheitshalber sollten Haustiere aber geimpft werden. Wegen des Fuchsbandwurms rät Kühn, Beeren und Gemüse gut abzuwaschen: „Dann habe ich keine Bedenken, das zu essen.“
  • Die neue Polizeiverordnung

    Wer beim Füttern von Wildtieren erwischt wird, muss jetzt mit Strafen rechnen. Allerdings könne die Stadt nicht kontrollieren, ob jemand im Garten Katzenfutter stehen hat oder Essensreste auf den Kompost wirft. Da müss eine konkrete Anzeige erfolgen mit Zeugenaussage.
  • Was machen andere Städte?

    In deutschen Großstädten wird vor allem auf Aufklärung gesetzt. Anders in der Schweiz, Zürich leistet sich fünf Wildhüter, die nach Abwägung auch in der Stadt schießen dürfen.
 

„Die sind natürlich überall durch den Garten marschiert und haben auch ihre Beute, Amseln, Meerschweinchen und sogar Katzen mitgeschleppt – und wir haben dann die Reste gefunden“, berichtet Knut Wagner. Da die Tiere doch auch streng riechen, sei das sehr unangenehm gewesen. „Aber was soll man machen?“, fragt Knut Wagner.

Mittlerweile sind die Füchse auch zur Erleichterung der Nachbarn verschwunden, „nur einer schleicht ab und zu noch bei uns herum“. Knut Wagner will jetzt sofort alle möglichen Schlupflöcher rings um die Garage verschließen, damit der Fuchs dort nicht noch mal heimisch wird. „Das war schon das zweite Mal, vor rund einem Jahr war da schon mal ein Fuchs.“

Grünen-Stadtrat Hans-Joachim von Mirbach hatte diesen Fall in der Sitzung des Verwaltungsausschusses vorgebracht und sich darüber beklagt, dass von Seiten der Stadt niemand eingreife. „Da gibt es viele Leute, die das massiv gestört hat“, so Mirbach. Das bestätigt eine Anwohnerin aus der Vom-Stein-Straße: „Mich stören die Füchse und ich bin froh, wenn sie weg sind.“

Die Möglichkeit, Füchse zu vertreiben ist aber eingeschränkt, erklärt Forstamtsleiter Tobias Kühn. Als Erstes solle man versuchen, ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. „Man kann sie mit dem Wasserschlauch vertreiben, kein Katzenfutter im Garten stehen lassen und keine Essensreste im Kompost entsorgen“, so Kühn. Allerdings streunen die Füchse sogar auf dem Parkplatz des nahegelegenen Supermarktes herum und finden dort weggeworfenes Essen, berichtet Knut Wagner aus der Praxis.

Erschießen der Tiere im Stadtbereich ist verboten, Lebendfallen seien laut Kühn viel zu aufwändig, da sie regelmäßig kontrolliert werden müssten. „Außerdem müssten die Tiere dann ja auch getötet werden.“ Viele Anrufer, die sich beim Forstamt melden, hätten die Idee, Füchse zu fangen und dann im Wald auszusetzen. „Das funktioniert aber gar nicht, nach zwei Tagen sind die Tiere wieder da“, so Tobias Kühn: die Stadtfüchse hätten sich an ihre neuen Reviere gewöhnt.

Das Forstamt setzt jetzt ganz klar auf Aufklärung: Ein Flyer wird in Kürze verteilt und in den Bürgerämtern ausliegen und auch auf der städtischen Homepage stehen bald Tipps, was beim Umgang mit Füchsen in der Stadt unbedingt vermieden werden sollte. Durch die Ausrottung der Tollwut habe sich der Fuchsbestand massiv ausgeweitet und die Tiere suchen ihre Reviere zunehmend in der Stadt. „Wir werden mit den Füchsen leben müssen“, meint Tobias Kühn dazu.
 

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