Villingen (hs) Die Präsentation der preisgekrönten Wettbewerbsbeiträge zum zweiten Mundartwettbewerb der Schulen 2011 ließ nur den einen Schluss zu: „Dialekt ist ein Kulturgut und muss erhalten werden.“Der Arbeitskreis „Mundart in der Schule“ der beiden Mundartvereine „Muettersproch-Gsellschaft“ und „Schwäbische Mundart“ hatte am Samstag zum Mundartfest in die St.-Ursula-Schulen in Villingen eingeladen, wo Staatssekretär a.D. Hubert Wicker, Vorsitzender des Fördervereins „Schwäbischer Dialekt“ die Preisverleihung vornahm.
Die Bezeichnung des Wettbewerbs „naseweis & wunderfitzig“ trifft den Nagel auf den Kopf, denn alle Beiträge, waren es die Sonderpreise oder der Sieger, erwiesen sich als naseweis und wunderfitzig.
Mit viel Humor und oft schon fast professionell hatten die am Wettbewerb teilnehmenden Schulklassen ihre Mitmenschen, ihren Heimatort oder einfach nur ihre eigene Stimmung zu Papier, auf CD oder auf die Leinwand gebracht. Die Vielfalt der Beiträge reichte von Hörspielen über literarische Beiträge bis zur Entstehungsgeschichte eines alemannischen Blues, sogar ein Mundartbüchlein in gedruckter Form war so entstanden.
Der Sonderpreis für Literatur wurde dem Gymnasium Hoptbühl in Villingen-Schwenningen zugesprochen. Die Idee der Auseinandersetzung des Konflikts zwischen Mundart und anderen Sprachen war von den fünf Teilnehmern der Literaturwerkstatt und ihrem betreuenden Lehrer Hartmut Danneck literarisch hervorragend umgesetzt worden. Wolfgang Wulz, der die Laudatio hielt, und Hubert Wicker, Staatssekretär a.D., hätten am liebsten allen Schulklassen Preise verliehen, oft habe die Beiträge nur das berühmte „Muggaseggale“ voneinander getrennt, betonte Wulz. So wunderte es auch keinen der Zuhörer in der Aula der Schule, dass drei zweite Preise in Höhe von je 300 Euro an gleichwertige Beiträge vergeben wurden. Ein zweiter Preis ging nach Stuttgart an die Uhlandschule für die Hörspielproduktion „Falscher Verdacht“. Die zwölf Schüler der Klassen fünf bis sieben hatten zuerst die Fremdsprache „schwäbisch“ gelernt und dann ein Drehbuch geschrieben.
Die Johannes-Gaiser-Realschule in Baiersbronn erhielt für ihre Zeitschrift „Do sen ma d'hoim“ einen zweiten Preis. Auch die Montfort-Realschule in Zell im Wiesental wurde mit einem zweiten Preis belohnt. Den ersten Preis erhielten die zehn Schüler der Buchdruck-AG an der Silcherschule in Fellbach. Mit ihrem selbstgedruckten Büchlein „Mir druggad sogar schwäbisch“ war ihnen ein Kleinod gelungen, das jeder Besucher gerne mit nachhause genommen hätte.