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Villingen-Schwenningen Schüler haben in nur drei Tagen Erstaunliches geleistet

2700 Euro für Nachsorgeklinik Tannheim. Das Geld wird in Eigenarbeit erwirtschaftet. Geschäftsführer begeistert vom Engagement der Schüler.

Der Scheck war zwar selbst gebastelt, die Summe aber real: Über 2700 Euro haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Deutenberg zu Gunsten der Tannheimer Nachsorgeklinik gesammelt und jetzt Geschäftsführer Roland Wehrle übergeben. Der zeigte sich begeistert. „Ich finde es phantastisch, wenn Schüler so etwas machen.“

Gesammelt hatten die Schwenninger Gymnasiasten das Geld während der Schul-Projekttage Anfang Oktober. Nun, zur Übergabe machten sich Schulleiter Manfred Koschek, Lehrerin Andrea Ertle sowie neun Schüler auf den Weg nach Tannheim, wo sie von Roland Wehrle und der Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung, Ute Löschel, empfangen wurden.

Mit dabei waren auch Yvonne Schneider und ihre Tochter Ann-Kathrin aus der 8d des Schwenninger Gymnasiums. Von ihnen stammte die Idee, bei den Projekttagen ein Projekt zu Gunsten der Tannheimer Klinik anzubieten. Gemeinsam mit Klassenlehrer Matthias Bauer wurde diese Grundidee dann ausgearbeitet und mit Hilfe von Kollegin Andrea Ertle und Praktikantin Carina Höfler umgesetzt.

Rund 30 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich am Projekt für die Nachsorgeklinik, in der schwer erkrankte Kinder und ihre Familien betreut werden. Das Geld verdienten sie durch den Verkauf von Lebensmitteln und das Sammeln von Spenden. Während der Projekttage boten sie im Aufenthaltsraum der Schule belegte Brötchen und Getränke für ihre hungrigen und durstigen Mitschüler an. Außerdem hatten sie einen Stand auf dem Wochenmarkt und verkauften dort Kuchen, Honig, Marmelade und selbst gebastelte Lesezeichen. Zudem sammelten sie Spenden: Auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt „Culinara“ und beim Schulfest des Gymnasiums, das zum Abschluss der Projekttage gefeiert wurde.

„Uns war wichtig, dass die Schüler nicht nur um Spenden bitten, sondern sich das Geld für Tannheim selbst erarbeiten“, erklärt Matthias Bauer. Deshalb mussten die Gymnasiasten selbst Brötchen schmieren und Kuchen backen, und auch die verkaufte Marmelade war selbst gemacht. Die „Rohstoffe“ sowie die Getränke stellte das „Culinara“ kostenlos zur Verfügung. Allerdings mussten sich die Schülerinnen und Schüler auch die Lebensmittel verdienen, indem sie Regale einräumten oder den Culinara-Kunden die gefüllten Einkaufstüten zum Auto trugen.

„Das alles ist nicht selbstversändlich“, freute sich Klinik-Geschäftsführer Roland Wehrle ungemein über diesen Einsatz. Er sprach von einer „sensationellen Klasse“. Besonders imponiert hat ihm, dass die Schüler die Tannheimklink und ihre Patienten auch besucht haben. „Das ist eine schöne Identifikation.“ Zugleich könnten sich Schüler mit solchen Aktionen ein Stück sozialer Kompetenz erwerben. Am Ende waren die Jungs und Mädchen selbst überrascht, wie viel Geld sie in nur drei Tagen zusammen bekamen.

Normalerweise brächten solche Spendenprojekte von Schülern 200 bis 300 Euro zusammen. Das hatte den Gymnasiasten die Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung, Ute Löschel, erklärt, als sie zu Anfang der Projekttage ans Gymnasium am Deutenberg kam, um ihnen die Tannheimer Klinik und ihre Arbeit vorzustellen.

Dass sie nun das Zehnfache des erwarteten Betrags übergeben konnten sei für die Schüler ein „großes Erfolgserlebnis“, sagt Matthias Bauer. Erfreulich war für den Pädagogen aber nicht nur die Höhe des Betrags, sondern dass seine Schülerinnen und Schüler bei dem Projekt etwas wichtiges gelernt haben: „Man kann viel bewegen, wenn man sich selbst bewegt“.

 

Auf Spenden angewiesen

Die Nachsorgeklinik Tannheim betreut in Rehabilitationsmaßnahmen schwerkranke Kinder und Jugendliche, die an Krebs, Mukoviszidose oder Herzkrankheiten leiden. Auch ihre Angehörigen sind in der Reha. Pro Jahr ist die Klinik auf rund 600 000 Euro Spenden für den laufenden Betrieb angewiesen, weil die Pflegesätze nicht die Kosten decken. Laut Geschäftsführer Roland Wehrle haben sich in den vergangenen 16 Jahren die Personalkosten um rund 28 Prozent erhöht, die Pflegesätze der Kassen aber nur um gut acht Prozent. (est)

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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