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Villingen-Schwenningen Schildkröte Pit weiß viel zu erzählen

Buchautor Roland Papenberg startet seine Benefiz-Lesetour für die Tannheimer Nachsorgeklinik

Eine Schildkröte namens Pit, die um die Welt reist und den Passagieren auf ihrem Schildkrötenpanzer 316 ihrer tierischen Freunde vorstellt und von deren Sorgen und Nöten erzählt: Das ist der rote Faden eines unlängst erschienenen Kinderbuchs von Roland Papenberg, freier Journalist und SÜDKURIER-Autor von der Insel Reichenau, der seine Lesetour durch Villingen-Schwenningen und Umgebung in der Nachsorgeklinik Tannheim startete.

Nur wenige Patientenkinder kamen, so entwickelte sich die Lesung bald zur gemütlichen Plauderstunde in kleinem Kreis. Da verfliegt kindliche Scheu schneller als inmitten vieler Menschen, die Mädchen und Buben kamen mit dem Autor unkompliziert ins Gespräch. Die Themen ergaben sich aus der Lektüre und beim Blättern in dem quadratischen, liebevoll-schlicht gestalteten und mit wenigen Zeichnungen pointiert illustrierten Buch. Es geht um Wunder und Grausamkeiten in der Natur, um deren selbstzerstörerische Ausbeutung durch den Menschen, um die Lebensbedrohung ganzer Arten. Die komplexen Zusammenhänge werden in spannende Abenteuer verpackt, leichtfüßig erzählt, dennoch nicht oberflächlich und ohne moralischen und pädagogischen Zeigefinger.

Am Ende einer Kapitels müssen die Leser raten, welchem Tier die kluge Schildkröte begegnete, zum Beispiel in Norwegen Rudolf, dem großen Hirschen, bekannt als Vegetarier, Wanderer und Weihnachtsmann. Die Tannheimer Kinder wissen, wer gemeint ist – das Rentier natürlich. Wie ihr Reiseführer Pit empfinden sie Mitleid mit Willy, dem singenden Taucher, der sich als Beluga-Wal zu erkennen gibt. Er ist vom Aussterben bedroht, weil Menschen ihn jagen und töten, seine Meeresruhe mit riesigen Schiffen stören und das Wasser so verdrecken, dass ihm die Luft wegbleibt. „Beim Bart des Walrosses! Könnt ihr denn nicht mal ein bisschen Rücksicht nehmen?“, schimpft Pit.

In Kanada serviert sie gut gelaunt Pfannkuchen mit Ahornsirup und trifft den Glückspilz Crazy Duck, der prima fliegen, sich super orientieren kann und auf dem Wasser schläft. Zwischen den Episoden wird hin- und hergefragt, Papenberg lässt sich gern unterbrechen, freut sich an kindlicher Neugier. Wie er auf die Idee kam, eine Weltreise mit einer Schildkröte zu erfinden, wollen die Kinder etwa wissen. Der Autor erzählt von Erlebnissen mit jungen SÜDKURIER-Lesern, die ihn inspiriert hätten. Er hat viele „Klasse!“-Projekte begleitet und kommt auch als Betreuer von „Kalles Kuh“ in der Kinderrubrik „Voll krass“ immer wieder in Kontakt mit jungen Lesern. Dabei sei ihm bewusst geworden, dass viele Kinder und Jugendliche nicht wissen, warum manche Tiere bedroht sind: „Pit erklärt es ihnen.“

Verleger Michael Nardelli hatte Papenberg nach Tannheim begleitet. Auch er hat für den SÜDKURIER gearbeitet, bevor er ins Verlagshandwerk wechselte.

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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