Schwarzwald-Baar (cn) Der um Ortenau-Gemeinden erweiterte SPD-Kreisverband demonstrierte Geschlossenheit: Mit 55 Stimmen wurde Friedrich Scheerer am Samstag bei der Nominierungskonferenz im Theater am Ring zum Kandidaten für die Bundestagswahl am 27. September gewählt. Drei Delegierte enthielten sich, zwei stimmten mit Nein. Der Bürgermeister von Mönchweiler zeigte sich „überwältigt“ von dem guten Ergebnis. Er war der einzige Bewerber, nachdem Kreisvorsitzende Beate Schmidt-Kempe auf eine dritte Kandidatur verzichtet hatte. Auch einige Jusos aus dem Umland und ein gestandener Genosse aus Villingen-Schwenningen hatten mit einer Bewerbung geliebäugelt, sich aus „beruflichen Gründen“ aber wieder distanziert, erklärte die Kreisvorsitzende, die den Einzug ins Bundesparlament vor vier Jahren knapp verfehlt hat. Es sei „elementar wichtig“, dass die SPD des Wahlkreises dort wieder vertreten sei, Scheerer sei der richtige Mann. In einer sachlichen, emotionsarmen Rede stellte sich der 50jährige vor.
Seine Verwaltungslaufbahn begann im mittleren Justizdienst seiner Heimatstadt Heidelberg und führte 1990 zur Stadtverwaltung von Furtwangen, wo er in den SPD-Ortsverein eintrat. 1994 wurde er Vorsitzender der Furtwanger SPD: „Dort liegen meine Wurzeln.“ Inzwischen war Scheerer Ordnungsamtsleiter von Bad Dürrheim. Nach der Wahl zum Bürgermeister von Mönchweiler zog er 2000 dorthin, wurde zudem in Kreistag und Regionalverband gewählt, ist auf Landesebene Sprecher des Arbeitskreises Mediendörfer. Politisch stellte sich Scheerer als Mann der Kompromisse vor, sein wichtigstes Kapital für eine etwaige Arbeit als Bundesparlamentarier sei der enge Bezug zur Bevölkerung im Wahlkreis.
Zunächst glaube ich nicht, dass er ...