Mein
11.02.2008  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Rauchverbot: Café Mall gibt auf

Villingen-Schwenningen  - 

Die Mannschaft vom Café Mall: Vergangenen Samstag war für sie der letzte Arbeitstag. Das Rauchverbot sorgte für rasanten Gästeschwund.  Bild: AF



Villingen-Schwenningen (af) Nachdem jüngst die Pächterin des Villinger Cafés "Mum" angekündigt hat, den Betrieb auch wegen Umsatzverlusten durch das Rauchverbot einstellen zu müssen, gibt es jetzt in der Doppelstadt ein weiteres Opfer der neuen Regelung: "Das gesetzliche Rauchverbot in öffentlichen Lokalen hat mich ruiniert", klagt Alvaro Silva, der sieben Jahre das Café Mall im City Rondell in VS-Schwenningen betrieben hat. Bis zu 70 Prozent Umsatz büßte sein Betrieb seit August 2007 ein. Am Samstag musste er sein Café dicht machen.

Teilweise mit Tränen in den Augen vernahmen seine Stammkunden die Nachricht, dass Alvaro Silva seinen Betrieb schließen muss. Am Freitag kam zum letzten Mal seine kleine Seniorinnengruppe, die sich seit Jahren täglich bei ihm zum Plauschen getroffen hat. Die Frauen, so Silva, haben es nicht glauben können, dass nun zugemacht wird. Der Abschied fiel beiden Seiten schwer.

Nach dem Rauchverbot waren allerdings immer weniger der Stammgäste vorbei gekommen. Denn vor dem Einkaufszentrum draußen eine zu rauchen - dies wollte keiner. Die Umsatzeinbußen kamen schleichend, aber bereits nach zwei Monaten Rauchverbot ging alles rasant nach unten.

Obwohl Alvaro Silva sich früh genug mit dem Centermanagement des City Rondells wegen eines Raucherraumes in Verbindung setzte, brach ihm die neue Gesetzeslage geschäftlich das Genick. Die monatliche Brutto-Miete in Höhe von 8800 Euro konnte er zum Schluss nicht mehr aufbringen. Die Möglichkeit, eine Raucherzone einzurichten, war von den Betreibern des Centers zuerst abgewiesen, dann aber, Monate später am 24. Dezember bewilligt worden. Und zwar mit der Auflage für den Wirt, dass er den Raucherbereich auf eigene Kosten - für rund 11000 Euro - herrichten solle. Da hatte er die Kündigung seines Cafés aufgrund der Mietschulden allerdings schon vor Augen. Seine Arbeit von Jahren, klagt er, sei innerhalb weniger Monate zerstört worden. Einen Neubeginn wird er als Koch im Angestelltenverhältnis starten, wenn in Sunthausen Mitte März in der ehemaligen Pizzeria ein amerikanisches Steak-Haus aufmacht, bei dem seine Frau Marita die Verantwortung trägt. "Wir werden es gemeinsam schaffen und nach vorne schauen", so der zweifache Familienvater. Leid tue es ihm um seine vier Angestellten, die nun ohne Arbeit da stehen.

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014