Mit ihrem Projekt wollen sie auf die SOS-Kinderdörfer im Kosovo aufmerksam machen, zu Spenden aufrufen und ihnen den Erlös eines Buches zukommen lassen.
Um nicht ganz alleine laufen zu müssen, hat Berti seinen langjährigen Freund Luan Krasniqi, „wir haben uns in Hamburg kennen gelernt und waren uns auf Anhieb sympathisch“, mit ins Boot genommen. Nicht von ungefähr: „Wir stammen beide aus Flüchtlingsfamilien und haben es aus eigener Kraft geschafft, Karriere zu machen.“ Für den auch heute noch schwergewichtigen (aktuell 106 Kilogramm) Ex-Europameister ist der Marathon eine völlig neue Erfahrung. Aber „Der Löwe“ aus Rottweil möchte außerhalb des Rings noch einmal Zähne zeigen und sich auch läuferisch durchbeißen. Deshalb und vor allem für den guten Zweck hat der gebürtige Kosovo-Albaner spontan zugesagt.
„Ich liebe die SOS-Kinderdörfer. Eine tolle Einrichtung, die ich schon früher unterstützt habe.“ Die Motivation des jetzigen RTL-Boxexperten: „Vier Stunden laufen, ob ich das schaffe? Du wirst mich nicht besiegen. Das kann nicht sein, dass ich mein ganzes Leben trainiere und dann von einem Anti-Sportler geschlagen werde“, meint der immer noch fit wirkende Ex-Boxer, der im Sport und im Privatleben alle Höhen und Tiefen durchlebt hat. „Abwarten, noch ist genug Zeit zur Vorbereitung“, gibt sich Berti ganz cool und legt beim Training viel Ehrgeiz an den Tag. Fünf Mal pro Woche läuft er im Germanswald und trainiert zusätzlich noch dreimal im Donaueschinger Fitness-Center „Rückgrat“. Mit den flotten Sprüchen stacheln sich die beiden Freunde an.
Seit Mai läuft Aldo Berti unter Anleitung seines Trainers und steuert zielgerichtet auf den ersten Vorbereitungsevent zu. Am Sonntag, 2. September, steht auf der Insel Reichenau ein Zehn-Kilometer-Lauf auf dem Programm, dem bis zum großen Ziel „München-Marathon“ im Oktober nächsten Jahres weitere Prüfsteine folgen. Auch um die Spannung aufrecht zu erhalten, trainiert Luan Krasniqi überwiegend in seiner Heimatstadt – ab und zu laufen sie jedoch mal eine Runde gemeinsam.
