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Villingen-Schwenningen Professor setzt auf neue Energie

Energie war schon immer ein Thema auf der Südwest-Messe. In diesem Jahr widmet die Ausstellung einer in Fachkreisen kontrovers diskutierten Theorie die Sonderschau "Neutrinopower - die Energie aus dem Weltall. Skalarwellenempfang von Raumenergie". Wissenschaftlicher Leiter ist Konstantin Meyl, Hochschule Furtwangen.

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Villingen-Schwenningen - Die Idee ist ebenso verlockend wie umstritten: Die Energie, die mit Sonnenkollektoren in der Sahara gewonnen wird, kann ohne komplizierte Leitungssysteme nach Villingen-Schwenningen kommen. In einem weiteren Schritt werden Autos, Maschinen und Leuchtmittel direkt mit Energie aus dem All versorgt. Auch Flugzeuge bräuchten kein Kerosin mehr, sie würden die Energie für ihre Triebwerke komplett aus dem Weltall beziehen.

"Wir haben Energie in riesigen Mengen", sagt Konstantin Meyl, Professor für Energietechnik an der Hochschule Furtwangen University und Leiter des Transferzentrums im Technologiezentrum von St. Georgen. "Sie kommt von der Sonne. Das ist Neutrinopower."

Die Sonne wäre ausreichend, um den Energiehunger der Welt zu stillen. Ein weiterer Vorteil laut Meyl ist die Umweltverträglichkeit: "Wenn wir diese Strahlungsenergie nutzen könnten, wäre sie Co-neutral." Elektro-smog gebe es bei den Skalarwellen, wie sich diese Art von Strahlung nennt, auch nicht.

Schon Nikola Tesla, der als Wegbereiter des Wechselstroms gilt, habe in den 1930er-Jahren mit Skalarwellen ein Auto betrieben und eine Glühlampe zum Leuchten gebracht. "Die Natur arbeitet auch mit diesen Wellen, etwa bei den Nerven."

Esoteriker behaupten, sensible Menschen könnten die Skalarwellen mit der Wünschelrute aufspüren, andere streiten ihre Existenz gänzlich ab. "Wer mich kritisiert, hat die Experimente nicht gemacht", sagt Meyl. Er hat einen Experimentierkoffer entwickelt und sagt, seine Versuche seien reproduzierbar. "Von Instituten, die diesen Koffer bestellt haben und die Experimente nachgestellt haben, kam noch keine Kritik."

Schon jetzt betreibe er ein Modellboot und Modellflugzeug mit Hilfe von Skalarwellen. Hierbei wird die Energie aus der Steckdose drahtlos an den Antrieb der Fahrzeuge übertragen. Beide werden auch während der Südwestmesse zu sehen sein, wo sich Meyl erstmals mit seinen Theorien an eine breite Öffentlichkeit wendet.

Die könne, so der Professor, in einem ersten Entwicklungsschritt zum Beispiel davon profitieren, dass Fernbedienungen von technischen Geräten keine Batterien oder Akkus mehr benötigen, sondern dass sie ihre Energie von den Geräten beziehen, die sie steuern sollen, etwa den Fernsehern.

Wirtschaft mauert

Meyl sieht vor allem wirtschaftliche Gründe in der Ablehnung seiner Theorie: "Ich habe der RWE den Vorschlag zur Nutzung der drahtlosen Energieübertragung gemacht, aber bekam zur Antwort, dass die Strommasten eine so lange Abschreibungszeit haben, dass gar kein Interesse an einer Alternative bestehen könne." Ebenso wie die Industrie würden Wissenschaftler die Entwicklung bremsen, weil sie dann umdenken müssten.

Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte, kann sich bei der Südwestmesse darüber informieren, denn was sich hinter den Themen Neutrinopower und Skalarwellenempfang im Detail verbirgt, zeigt nicht nur die Sonderschau. Mit Vorträgen führen Fachleute am Eröffnungssamstag, 17. Mai, ab 13 Uhr in die Thematik ein.

Täglich gibt es in Halle A weitere Fachvorträge und Diskussionen rund um die drahtlose Energieübertragung. Themen sind unter anderem Neutrinokonverter und Energieempfänger, die wachsende Erde als Skalarwellenempfänger, Perspektiven einer künftigen Energiewirtschaft, das Konzept der Freien Energie und Mobilfunk.

Passend zum Thema werden Dokumentarfilme gezeigt, unter anderem über das Leben und Wirken von Nikola Tesla und über die Expansion der Erde durch Neutrinopower.

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