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Villingen-Schwenningen Politiker verurteilen feigen Anschlag auf Flüchtlingsheim

Empörung und Entsetzen herrschen bei Parteien und Gewerkschaften über den Handgranatenwurf auf das Villinger Flüchtlingsheim. Heute ist eine Demonstration in Villingen angesetzt.

Der versuchte oder fingierte Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in der Villinger Dattenbergstraße wurde am Freitag von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Landrat Hinterseh und OB Kubon einhellig und nachdrücklich verurteilt. Auch weitere Politiker, Parteien und Institutionen verurteilten diese Aktion in der Nacht auf Freitag aufs Schärfste. Mehrere Organisationen haben für den heutigen Samstag um 12 Uhr auf dem Villinger Marktplatz zu einer Protestdemonstration aufgerufen.

„Wir sind erleichtert, dass kein Mensch bei diesem heimtückischen Versuch zu Schaden gekommen ist“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Oberbürgermeister, Landrat und Regierungspräsidium. Und weiter: „Wir sind entsetzt und verurteilen jede Form von Gewalt, die sich gegen die Flüchtlinge, aber auch gegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Unterkünften richtet. Die Sicherheit der Flüchtlinge und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität.“ Eine endgültige Bewertung der Tat sei erst möglich, wenn die polizeilichen Ermittlungen zu Täter und Tat abgeschlossen seien.

Unbekannte hatten in der Nacht auf Freitag gegen 1.15 Uhr eine Handgranate gegen einen Wohnblock der Flüchtlingsunterkunft des Landes in der Dattenbergstraße geworfen. Die Granate war mit Sprengstoff gefüllt, aber nicht detoniert. Offen ist, ob sie einen Zünder hatte oder ob dieser entfernt wurde. Die Handgranate landete nur wenige Meter neben einem Container des Sicherheitspersonals der Flüchtlings-Erstaufnahmestelle und wurde von den Security-Leuten entdeckt. Spezialisten der Polizei evakuierten einige Personen aus den angrenzenden Gebäuden und sprengten morgens um 5 Uhr die Granate an Ort und Stelle.

Klemens Ficht, der stellvertretende Regierungspräsident, äußerte sich am Freitag bei der Pressekonferenz der Polizei „tief erschüttert“, dass hier eine Handgranate eingesetzt wurde, wie sie auch in Kriegsgebieten eingesetzt werden, aus denen die Menschen flüchten. Der Handgranatenwurf wurde am Freitag auch vom CDU-Kreisvorsitzenden Andreas Schwab, dem CDU-Landtagsabgeordneten Karl Rombach sowie dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der Christdemokraten, Thorsten Frei „aufs Schärfste verurteilt.“ Sie sprachen von einem „feigen Anschlagsversuch“. Der Vorstand des DGB Kreisverbands zeigte sich „entsetzt und fassungslos“. Die Angst, die damit bei den Flüchtenden aufs Neue geschürt wurde, sei „grausam und entwürdigend“. Dieser Anschlag zeige deutlich, wie weit sich Rassismus und Gewaltbereitschaft schon verdichten konnten, um Personen zu solch einer Tat hinzureißen.

Auch Wolfgang Kaiser von den Grünen äußerte sich schriftlich. „Wie menschenverachtend muss jemand sein, der eine Granate auf die Unterkunft von Flüchtlingen wirft? Gegen Menschen also, die den Fassbomben von Assad, der unfassbaren Brutalität des IS oder den Selbstmordanschlägen der Taliban entflohen sind und nur ihr Leben gerettet haben!“ Ein solches Verhalten sei „für jeden anständigen Menschen unfassbar und ruft uns alle zum Widerstand gegen solchen Terror auf.“ Demokratiefeindliche und menschenverachtende Hetze, die von einigen führenden AfD-Funktionären zu hören seien, leisteten solchen Aktionen Vorschub. „Die Menschenrechte sind für alle da. Verteidigen wir sie gemeinsam!“

Strassenumfrage in Villingen-Schwenningen: Bürger reagieren bestürzt

Der SÜDKURIER hat sich im Städtle umgehört, wie die Menschen auf den Anschlag reagieren:

 

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