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VS-Tannheim Palomas Neustart in der Nachsorgeklinik Tannheim

Dreijährige Paloma bekämpft erfolgreich den Krebs. In der Nachsorgeklinik Tannheim schöpft Familie neue Kraft.

„Hepatoblastom“: Das ist ein bösartiger embryonaler Lebertumor, der bei weniger als einem von einer Million Kinder diagnostiziert wird. Paloma ist eines von ihnen, ein fast dreijähriges Mädchen aus Obersulm (bei Heilbronn), das nach einer lebensentscheidenden Operation im vergangenen Juni in der Nachsorgeklinik Tannheim gemeinsam mit ihren Eltern Andrea und Frank Schader neue Kraft schöpfte. „Wir waren fix und fertig,“ sagen sie, „jetzt geht es wieder aufwärts. Wir sind bereit für den Alltag.“

Ein Happy-End

Das gibt es auch im wahren Leben. Die Schaders haben gute Chancen, dass sich ihre traurige Geschichte in eine glückliche wandelt. Am 21. März dieses Jahres wurde der Feind in Palomas Körper erkannt, das Hepatoblastom befand sich schon im dritten Wachstumsstadium, „eine Woche später wäre sie eine Transplantationspatientin gewesen,“ konstatiert der Vater.

Aggressiv, schnell wachsend, kaum erforscht: So beschrieben die Ärzte der Kinderklinik Heilbronn den fassungslosen Eltern den Krebs, der bereits zwei Drittel des rechten Leberlappens ihrer Tochter zerfressen hatte. Zwei Chemotherapien wurden der Schicksals-Operation in der Tübinger Uni-Klinik vorgeschaltet. um den schweren Eingriff wagen zu können.

In sechs Stunden wurden nach großem Bauchschnitt mit dem Tumor auch die Gallenblase entfernt, Arterien verkürzt, ein Stent eingesetzt, weil das Wundwasser nicht ablief. Danach war der Tumor immer noch in 70 Prozent des Lebergewebes aktiv, es folgte eine siebentägige hoch dosierte Chemotherapie, die zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führte und eine Magensonde erforderlich machte.

Doch die Torturen hatten sich gelohnt

Das bösartige Geschwulst war komplett verschwunden. Paloma hatte ihre Haare und nach monatelangen, täglichen Brech-Attacken viel Gewicht verloren, aber nicht ihren Lebensmut. „Sie ist unser Sonnenschein“, sagen die Eltern. „mit ihrer Kämpfernatur hat sie uns alle aufgebaut.“ Gleichwohl befand sich die Familie im Zustand totaler Erschöpfung, als die Rehabilitation in Tannheim genehmigt wurde.

Die Tochter mit ihren vielen körperlichen und seelischen Defiziten habe die Angebote regelrecht „aufgesaugt“. Die Kleine durfte nach einem halben Jahr in Klinik-Betten das erste Mal baden, eigenständig essen, machte mit Feuereifer bei Physiotherapie und Spielen mit ihrer Storchengruppe mit. Am schönsten seien die Pferde und das Reiten auf Carino gewesen, berichtet sie mit leuchtenden Augen.

„Wir haben wieder das Recht auf Hoffnung“

Es sei „irre“, was sich in vier Wochen getan habe, schwärmen die Eltern von der Tannheimer Zeit. Palomas geschwächte Muskulatur habe sich enorm verbessert, sie habe zu neuem Ess- und Schlafrhythmus gefunden, die Leber regeneriere sich bestens. „Wir genossen die Geborgenheit der Klinik und tankten neue Energie“, sagen Andrea und Frank Schader.

Sie hätten vor allem vom psycho-sozialen Dienst und vielen Einzel- und Gruppengesprächen mit anderen Müttern und Vätern profitiert. „Hier trägt jeder sein Päckchen, da kannst du dich selbst leichter öffnen und weißt dich verstanden.“ Sie seien besonnener, geduldiger und dankbarer für das gemeinsame Leben geworden. „Wir haben wieder das Recht auf Hoffnung“, stellt die Mutter fest.

Und der Vater ergänzt: „Wir möchten unbedingt wieder nach Tannheim kommen. Aber möglichst nicht zur Nachsorge, sondern als Touristen.“

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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