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Mönchweiler "Nicht so viel diskutieren"

19.06.2008
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Freimütig über aktuelle kommunalpolitische Themen reden wollte der SPD-Ortsverein Mönchweiler im Adlerstüble und hatte interessierte Bürger dazu eingeladen. Entweder kollidierte der Termin mit den Fußballinteressen der mündigen Bürger oder die Politikverdrossenheit ist auch auf der kommunalen Ebene angekommen. Auf jeden Fall war das Interesse eher bescheiden.

Mönchweiler - Dennoch ließ man sich es an diesem Abend nicht nehmen, im kleinen Kreis die beiden Hauptthemen Einkaufsmöglichkeiten in Mönchweiler und Betreutes Wohnen im Alter teilweise kontrovers zu diskutieren.

Nachdem man nun jahrelang nach "der Taube auf dem Dach", sprich eine Einkaufsmöglichkeit die für alle Bürger fußläufig erreichbar in der Mitte der Gemeinde angesiedelt ist, geschielt habe, so Bürgermeister Friedrich Scherer, hat jetzt der Marken-Discounter Netto Interesse bekundet, an einem verkehrsgünstig gelegenen Platz am Ortseingang aus Richtung Villingen kommend einen Markt zu installieren (wir berichteten). Wir sollten diese Chance ergreifen, so die einhellige Meinung der Anwesenden. Wenn es auch schade sei, dass man kein Unternehmen für die Ortsmitte habe begeistern können, so Armin Frank, so habe er doch auch Verständnis für die Entscheidung des Discounters, auf der grünen Wiese zu bauen. Außerdem habe die Gemeinde somit das "Filetstück" in der Mitte frei für andere Vorhaben. Auch Bruno Feiertag, Mitglied im Gemeinderat, sieht hier eine große Chance für Mönchweiler.

Einen breiten Raum in der Diskussion nahm im Anschluss das Thema "Betreutes Wohnen" oder als Alternative Leben Daheim mit Hilfestellungen von außen ein. Armin Frank von der Generationenbrücke, die Bürgerinitiative die sich die Betreuung und die aktive Hilfe für die älteren Bürger der Gemeinde zur Aufgabe gemacht hat, berichtete von ersten bescheidenen Erfolgen, die Mut machen für die Zukunft. Man brauche Geduld bis das Angebot im Bewusstsein der Menschen angekommen sei, meinte er.

Wenn auch noch wenig Bedarf signalisiert werde, so dürfe man die Sicherheit, die man den insbesondere älteren Menschen gibt nicht unterschätzen. Die zehn aktiven Mitglieder der Generationenbrücke werden bereits in Schulungen von der Diakonie in Villingen auf die künftigen Aufgaben vorbereitet und die Kontaktstelle im Diakonieraum der Gemeinde ist dienstags und freitags jeweils für einige Stunden besetzt. Außerhalb dieser Zeit könne man auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen.

Zum Thema Betreutes Wohnen in der Ortsmitte meinte Bürgermeister Friedrich Scheerer, dass er nicht bereit sei, die attraktiven Grundstücke der Gemeinde irgendwelchen Investoren unter Wert zu überlassen.

Diese erwarten von den Gemeinden immer mehr Entgegenkommen und er sei nicht bereit jedes Zugeständnis zu machen. Auch eine Gemeinde könne auf Dauer nicht vom Drauflegen existieren. Und wenn eine Gemeinde kaufmännisch denke, so könne das nicht unanständig sein. "Bevor wir die Dorfmitte verschenken, sollten wir sie lieber für die uns nachfolgenden Generationen und deren Ideen liegen lassen", so Scheerer. Er habe manchmal das Gefühl, es werde einfach zuviel diskutiert, über das Alter und die möglichen Folgen der demographischen Entwicklung, so Alfred Hezel (88 Jahre alt) der zusammen mit seiner acht Jahre jüngeren Frau Amalie an der Diskussion teilnahm. "Wir stehen auf dem Standpunkt, es geht immer irgendwie weiter", erklärte der Mönchweiler, und er habe keine Angst vor dem Älterwerden.

"Betreutes Wohnen ja, aber so lange wie möglich Daheim in den eigenen vier Wänden" so sein Fazit. Man solle auch nicht die immer noch existierende Nachbarschaftshilfe vergessen. Also "Carpe diem und werde alt", so Alfred Hezel.

Informationen im Internet:

www.moenchweiler.de

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