Villingens zweitgrößter Fasnetverein hat eine neue Fasnetfigur: Der Katzenrolli wird erstmals an den Umzügen offiziell zu sehen sein. Der Verein und die Vorstandschaft strich gestern Abend im Münsterzentrum Lob von OB Kubon ein. Der Verein verzeichne „außerordentliche Erfolge“, nicht zuletzt Dank seiner guten Jugendarbeit.
VS-Villingen – Der Kater kann sich zufrieden im Romäusturm räkeln. Sein Verein ist auf Erfolgkurs und seit gestern Abend ist dies offiziell bestätigt. Oberbürgermeister Rupert Kubon lobte bei der Generalversammlung nicht nur die „sehr gute Küche“ des Vereins, er stellte auch die Neustrukturierung und Ausrichtung des Gesamtvereins in den letzten Jahren ins Licht des Erfolgs. „Hier ist gelungene Aufbauarbeit geleistet worden“, sagte er an die Adresse des gesamten Vorstandsteams.
Zahlen hatte zuvor Präsident Christoph Hess geliefert. Die noch junge Gruppe der Kamuvi-Polizei habe ihre Mitgliederzahl in zwei Jahren mehr als verdoppelt. Aktuell gehörten 40 Aktive dazu. Die neu geschaffene Figur des Katzenrollis werde dieses Jahr 12 Umzugsteilnehmer auf die Villinger Straßen bringen, kündigte er an, erstmals werde es auch einen Kinderprinzen geben. Der Verein stehe einerseits auf einer soliden Basis, floriere andererseits beim Nachwuchs: Hess wörtlich: „Ich bin stolz.“
Die Katzenmusik spulte gestern, geleitet von Generalfeldmarschall Heinz Klingele, schwungvoll-witzig ihre Versammlung durch. Ein wie immer gründlicher Geschäftsbericht von Alexander Gambin, ein detaillierter Kassenbericht von Rolf Müller und ein rundum witziger Kassenprüfer-Auftritt von Bernhard Gäßler (Sparkasse) und Nicolas Mayer (Volksbank) folgte. Sie kramten aus ihrem Belegkäschtle allerhand Anekdoten hervor: Zum Beispiel war da eine verlängerte Baugenehmigung bis 2050, die aber doch vielleicht eher die Zunft brauchen könne, ulkten die Beiden. Oder den Zettel mit den Hinweisen „Wie wähle ich richtig“. Jeder im Saal wusste: Gemeint waren die Glonkis, die gestern Abend nur rudimentär offiziell vertreten waren, ganz im Gegensatz zu Villingens Zunft, die mit einer staatlichen Abordnung den befreundeten Katzenmusikern ihre Aufwartung machten.
Überraschungen gab es gestern Abend zwei: Dominik Schaaf wurde kommissarisch für ein Jahr zum neuen dritten Vorsitzenden gewählt. Und: Wagenbauer Stephan Caspers stellte den neuen Katzenrolli vor. Eine Scheme aus Lindenholz, ein Frack und eine zerrissene Hose und Ringelsocken, so sollen heuer junge Katzenmusiker auf die Umzugsstrecke gehen können und dabei eine alte Tradition fortführen. Das Motiv des Katzenrollis stammt von einer alten Postkarte und knüpfe an die Tradition der Katzenjugend aus den 30er-Jahren, erklärte Caspers. Heinz Klingele habe den Anstoß gegeben, die Figur mit Maske neu zu schaffen: Sebastian Gambin habe die handgeschnitzte Scheme bemalt und gefasst. Als Katzrolli ein Zuhause im Verein finden sollen vor allem jüngere Menschen, die den Kindergruppen entwachsen sind. Am gestrigen Abend zog die neue Figur bereits großes Interesse auf sich. Zwei befrackte Katzen mit Trompeten sind das historische Vorbild.
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