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Villingen-Schwenningen Mutmach-Radler halten in Nachsorgeklinik Tannheim

Die Regenbogenfahrt, eine Mutmach-Tour für krebskranke Kinder, hat am Freitag Halt in Tannheim gemacht. Vom Empfang in der Nachsorgeklinik waren die Teilnehmer überwältigt.

Mit Luftballons, Applaus und dem Lied zur Tour sind die Radler der Regenbogenfahrt der Deutschen Kinderkrebsstiftung am Freitag in der Nachsorgeklinik Tannheim empfangen worden. Von der herzlichen Begrüßung waren die ehemaligen Krebspatienten, die vom Saarland bis nach Freiburg radeln, um krebskranken Kindern und Jugendlichen unterwegs Mut zu machen, nahezu überwältigt.

„Ich freue mich unheimlich, so warm von Ihnen empfangen zu werden“, richtete Andreas Führlich seinen Dank stellvertretend für alle Radler an Thomas Müller, Finanzleiter der Nachsorgeklinik, und die Kinder, Jugendlichen und Familien. „Wir wollen zeigen, dass man diese Krankheit überstehen kann und danach so fit ist, dass man wieder nach Tannheim hochradeln kann“, erklärte Führlich die Idee, die hinter der Tour steckt.

„Wir haben gerade emotionalen Muskelkater. Tannheim ist immer etwas Besonderes“, sagte Andrea Wagner, eine der Radfahrerinnen, noch immer bewegt vom Empfang. „Weil wir mit unserem Song begrüßt wurden und dann unsere Geschichten in anderen Menschen vor uns sehen. Das hat uns wirklich bewegt“, erklärte die 33-Jährige aus Freiburg, die in Villingen-Schwenningen an der Dualen Hochschule studiert hat. Ihre Krebserkrankung liegt 18 Jahre zurück, heute ist sie gesund. „Ich hatte viel Glück im Unglück“, sagt sie und bezeichnet ihren Lymphdrüsenkrebs deshalb als „Schokoladenkrebs“. „Das ist der Galgenhumor, den man so entwickelt“, gesteht sie.

„Das sind einfach Gäste, die es Wert sind. Wir wollen ihnen hier einen schönen Tag bieten“, sagte Thomas Müller von der Nachsorgeklinik. Nach der Begrüßung konnten die Radler zwischen Reiten, Bogenschießen und Klettern auswählen. Außerdem stand im Anschluss ein gemeinsames Mittagessen mit den Reha-Patienten, die allesamt gerade erst in Tannheim angekommen sind, auf dem Programm.

Bereits am Donnerstagabend waren die Radler von Villingen aus schon einmal zu einem Besuch nach Tannheim aufgebrochen. Besonders hätten sie sich darüber gefreut, dass sich an diesem Abend fünf Masseure um sie kümmerten: Eine Wohltat, wie die Radler sagen, denn kurz vor Ende der Tour plage sie der Muskelkater.

Die 600-Kilometer-Strecke legen alle Teilnehmer nämlich alleine mit Muskelkraft zurück, erklärte Andrea Wagner. „Wir haben keine E-Bikes oder andere Hilfsmittel, es gibt nur menschliche Unterstützung“, sagte sie. Wer zwischendurch Hilfe brauche, bekomme sie von den besonders fitten Teilnehmern. Die würden die schwächeren am Berg ab und an schon einmal anschieben, so Andrea Wagner.

Mit 114 Kilometern von Tübingen nach Villingen haben die Radler die Königsetappe nun hinter sich. „Es ist sehr anstrengend“, sagte Patricia Gacner in Tannheim. Für sie war der Freitag ein Tag des Wiedersehens, war sie doch selbst 2008 und 2010 zur Reha in der Nachsorgeklinik. „Ich habe mich im Vorfeld sehr drauf gefreut. Es ist toll, jetzt den Kindern Mut zu machen.“


Fakten zur Regenbogenfahrt

1Die Idee: Die erste Regenbogenfahrt fand 1993 unter dem Motto „Fahrt auf dem Regenbogen – für Hoffnung auf Heilung bei Krebs” statt. 17 ehemalige Krebspatienten nahmen an der Tour von Hannover nach Dresden teil. 2014 haben sich 45 Radler auf den Weg gemacht, um krebskranken Kindern in Kliniken und Reha-Einrichtungen Mut zu machen.

2Die Tour: Die 22. Regenbogenfahrt ist am vergangenen Wochenende in Homburg im Saarland gestartet. Etappenziele waren unter anderem Hochspeyer, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen und Villingen. Von Tannheim ging es am Freitag weiter nach Schönwald. Die Schluss etappe führt am heutigen Samstag nach Freiburg. Insgesamt haben die 45 Radler dann knapp 600 Kilometer mit dem Rad hinter sich gebracht.

3Die Schirmherren: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie ihre rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer haben in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Fahrt übernommen.

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