Villingen-Schwenningen Mit "Cobra 11" und ZDF-Film: Villingerin Jasmin Bartels etabliert sich als Schauspielerin und Stuntfrau

Interview mit der Villingerin Jasmin Bartels, die ihren ersten Kinofilm für das ZDF dreht und mit Wotan Wilke Möhring, Christiane Paul und Fahri Yardim vor der Kamera steht.

Frau Bartels, warum wollten Sie Schauspielerin werden?

Seit ich vier Jahr alt bin, habe ich von nichts anderem gesprochen. Mit zwölf Jahren hatte ich die Möglichkeit, eine kleine Rolle in der ZDF-Kinderserie Wombaz zu spielen. Mein Ziel hat sich damit verstärkt. In der Schule habe ich Theaterkurse belegt und meine Leidenschaft bei Schulaufführungen ausgelebt.

Welchen Ausbildungsweg haben Sie eingeschlagen?

2011 habe ich eine Ausbildung bei der Stage School in Hamburg in Tanz, Gesang und Schauspiel begonnen. Da ich mich mehr auf meinen Schwerpunkt Schauspiel konzentrieren wollte, habe ich einen Wechsel nach Köln an die First Take Schauspielakademie vorgenommen und dort Schauspiel studiert. Seit 2015 bin ich staatlich anerkannte Schauspielerin als Bachelor of Arts.

Wie kommen Sie als ausgebildete Schauspielerin an Rollen?

Schon während meines Studiums in Köln konnte ich die Agentur The Actors Management von mir überzeugen. Auf der Agenturseite kann man meine Bilder, Demo-Material und Vita einsehen, das ist für Leute, die auf der Suche nach Schauspielern sind, sehr wichtig. Die Agentur bekommt Ausschreibungen und schickt meine Bewerbungen an Produktionsfirmen und Filmemacher. Wenn Interesse besteht, bekommt man die Möglichkeit zum Casting. Davon gibt es meistens mehrere Runden. Die erste Runde ist ein sogenanntes E-Casting (Online-Casting). Wenn man unter die letzten Bewerber kommt, wird man persönlich eingeladen.

 

Zur Person

Bild: privat

Jasmin Bartels, Tochter von Uwe Bartels und Christiane Frey, ist am Rande der Villinger Innenstadt aufgewachsen und lebt heute in Köln. Sie war auf der Klosterringschule, der Karl-Brachat-Realschule und später am Wirtschaftsgymnasium. Den Villingern ist die 25-jährige Jasmin Bartels bekannt aus Skiclub und Schwimmclub, dem Turnverein, sowie von ihren Auftritten mit dem Zunftballett. Sie hat in folgenden Serien mitgewirkt: Lindenstraße (ARD), Wir sind die Rosinskis (ARD), Cobra 11 (RTL). Im Moment dreht Jasmin Bartels gerade ihren Film für das ZDF-Montagskino "Steig. Nicht. Aus.", ein spannender Thriller von Christian Alvart. In der Serie Alarm für Cobra 11 ist sie am Donnerstag, 27. April, um 20.15 Uhr in RTL das erste Mal in einer Schauspielrolle als Sanja Sohl zu sehen.

 

Wie kam es zu den Stuntrollen?

Ich war schon immer sehr sportlich und habe mich auch für Kampfsport interessiert. Schon während des Studiums habe ich Stunttraining gemacht und vieles gelernt. Nach meinem Studium bin ich dann durch viel Zufall, Glück und Vitamin B zu einem Aufnahmecasting bei der Firma Action Concept eingeladen worden und habe dieses erfolgreich bestanden. Es folgte natürlich spezielles und hartes Training, um mich für Stunts weiterzubilden. Das hält bis heute an. Bei Cobra 11 durfte ich an Stunts mitwirken, egal ob Auto-Stunts, Body-Stunts, Stürze oder High-Falls. Mittlerweile war ich schon in ein paar Stunts zu sehen.

Wie kann man sich die Arbeit als Stuntfrau vorstellen?

Es steckt eine Menge Arbeit in den Stunts. Die wichtigsten Voraussetzungen nach Fitness und Beweglichkeit sind technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Da hatte ich das Glück, viel von meinen Eltern gelernt zu haben in meiner Kindheit und Jugend. Man lernt Tag für Tag Neues und wird sehr gut betreut und vorbereitet. Nebenher gehe ich viel ins Fitnessstudio, um mich topfit zu halten. Als ausgebildete Schauspielerin bin ich in unserem Team die Ausnahme. Von 25 bis 30 Leuten im Team bin ich eine von vier Frauen.

Haben Sie gar keine Angst bei den Stunts?

Bei meinem ersten Auto-Stunt hat mir schon das Herz gepumpt. Aber ich habe das eher als Adrenalinkick und Nervenkitzel wahrgenommen. Mit Angst darf man so einen Stunt nicht durchziehen, da wäre man am falschen Platz. Mir machen die Stunts sehr viel Spaß. Ich teste damit auch meine Limits aus. Mehr als ein paar blaue Flecken hatte ich noch nie. Angst vor Geschwindigkeit und Höhe darf man in jedem Fall nicht haben.

Wie sieht Ihr Alltag im Rahmen der Dreharbeiten aus?

Vorbereitung ist alles. Dazu gehört neben dem Text auswendig lernen, vor allem das Lesen des Drehbuchs und das Hineinfinden in die Rolle. Man muss seinen Lebensstil an die Arbeitszeiten anpassen können und auch mal die Nacht durcharbeiten. Im Moment bin ich jeden Tag bei der Arbeit.

Schauen Sie sich selbst Ihre TV-Auftritte an?

Ich schaue mir die Produktionen immer an. Meistens habe ich das Endprodukt noch nicht gesehen und bin selbst gespannt, wie es auf dem Bildschirm im Gesamten rüberkommt. Meine Familie und Freunde schauen meistens auch und ich will natürlich wissen, was letztlich im Schnitt durchgekommen und nun im Film zu sehen ist.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Zukunft gesteckt?

Mein Ziel ist es, von meinem Beruf in Zukunft leben zu können. Durch die Kombination von Schauspiel und Stunt klappt das gut. Da ich noch nicht so lange in der Branche bin, möchte ich mich vor allem auf dem deutschen Markt etablieren. Eine Hauptrolle im Kinobereich wäre sehr ansprechend. Es ist mir wichtig, dass jungen Schauspielern mehr zugetraut wird.

Vermissen Sie Ihre Heimat Villingen?

Ich vermisse meine Heimat sehr. So oft wie möglich komme ich nach Hause und kann Zeit mit Familie und Freunden verbringen, die hier wohnen. Die Zeit zu Hause tut mir gut und hilft gegen Stress. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass ich in ein paar Jahren zurück nach Villingen ziehe. Von dort aus könnte ich weiter als Schauspielerin arbeiten.

Fragen: Matthias Winkler

Ihre Meinung ist uns wichtig
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Villingen-Schwenningen
VS-Villingen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
VS-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren