Villingen-Schwenningen Mahnmal statt Stolpersteine beantragt

CDU und FW präsentieren gestern im Gemeinderat alternativen Vorschlag zu „Stolpersteinen“. Denkbar sind auch zwei Mahnmale

Gestern Abend beantragten die Fraktionen von CDU und Freien Wählern (FW) im Gemeinderat ihre Alternativlösung für die von beiden Fraktionen abgelehnten „Stolpersteine“. Den Fraktionen schlagen ein Mahnmal vor, das an zentraler Stelle errichtet und künstlerisch gestaltet werden soll.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Renate Breuning trug den Antrag der beiden Fraktionen gestern im Gemeinderat vor. Wie berichtet, hatten die meisten Stadträte von CDU und Freien Wählern in der vorigen Gemeinderatsitzung gegen die europaweit verbreitete Kunstaktion „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Günther Demnig gestimmt und sie mit knapper Mehrheit zu Fall gebracht. Die Ablehnung löste viel Kritik in der Bürgerschaft aus.

Der nun gestern vorgelegte Alternativvorschlag sieht wie folgt aus: Die Stadt soll für die ehemaligen jüdischen Mitbürger „ein würdiges Mahnmal setzen“, das die Namen und, soweit bekannt, auch die Lebensdaten der von den Nationalsozialisten im „Dritten Reich“ verfolgten Menschen beinhaltet. Die Fraktionen schlagen vor, ein Mahnmal vor dem Rathaus Schwenningen für die ehemaligen Schwenninger Juden und eines vor dem Rathaus Villingen für die Opfer aus Villingen zu errichten. Alternativ könnte auch ein gemeinsames Mahnmal für die Opfer aus beiden Stadtbezirken geschaffen werden. „Für die Gestaltung des Mahnmals sind mehrere Künstler aus der Region anzufragen“, heißt es in diem Antrag.

Es soll auch die Möglichkeit bieten, in Zukunft weitere Namen von Opfern aufzunehmen.

Außerdem sollen die Künstler eine Gedenktafel entwerfen, die künstlerisch mit dem Mahnmal korrespondiert und die von Hausbesitzern an ihren Häusern angebracht werden können, in denen einst verfolgte Juden der Stadt wohnten. „Niemand soll aber gezwungen werden, dies zu machen“, unterstrich Breuning. Damit hätte man „eine eigene, würdige Form der Erinnerung inmitten der Stadt“. Für die Planung und Realisierung des Mahnmals wollen beiden Fraktionen 20 000 Euro für 2014 beantragen.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Stolpersteine in Villingen-Schwenningen: Im November 2013 hat der Gemeinderat in Villingen-Schwenningen die Stolpersteine erneut abgelehnt. Bereits im Jahr 2004 stimmten die Räte gegen diese Form des Gedenkens an die Judenverfolgung im Dritten Reich. Dabei gab der Verlauf der Debatte zunächst Anlass zur Hoffnung, dass die Abstimmung im Gemeinderat anders ausgeht. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Stolperstein-Debatte in Villingen-Schwenningen.
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
VS-Villingen
VS-Villingen
Villingen-Schwenningen
VS-Villingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren