Drei "Lokalmatadoren" teilen sich in diesem Jahr den mit 10000 Euro dotierten Innovationspreis der Sparkasse VS, mit dem das Kreditinstitut neue, viel versprechende Produkte prämiert. Die Firma Hess-Leuchten aus Villingen holte sich diesmal den ersten Preis, Rang zwei ging an die Firma Wieländer + Schill in Schwenningen, der dritte Rang an das Schwenninger Traditionsunternehmen Irion & Vosseler (IVO)
Villingen-Schwenningen - Zum neunten Mal bereits verlieh die Sparkasse Villingen-Schwenningen ihren Innovationspreis zur "Förderung innovativer Leistungen in mittelständischen Betrieben von Industrie und Handwerk". Nicht aber die Geldprämie stehe im Vordergrund, unterstrich gestern Sparkassenvorstand Klaus Haubner, sondern die öffentliche Würdigung neuer Produktentwicklungen. Sie soll Anreiz für Innovationen schaffen, die Firmenmitarbeiter motivieren und für die Wirtschaft der Region positive Schlagzeilen und Akzente setzen. Neue Produkte seien für die Wirtschaft lebenswichtig, denn diese "tragen dazu bei, Insolvenzen zu verhindern".
Oberbürgermeister Kubon, der Vorsitzende der Sparkassenstiftung "Innovationsförderung" unterstrich dies. Die Preisverleihung zeige erneut, dass Innovation keine Angelegenheit sei, die vor allem im Ausland, in Ballungsräumen und in großen Konzernen vollbracht würde. "Es kommt auch auf Einzelpersonen an und auf den Unternehmer", betonte Kubon, der die Gewinner als "Vorbilder" beglückwünschte und die Preise übergab.
Das fünfköpfige Preiskomitee unter Leitung von Prof. Dr. Werner Bornholdt vom Transferzentrum der Steinbeis-Stiftung Villingen-Schwennigen wählte unter zwölf Bewerbungen die drei Gewinner aus. Am meisten beeindruckt zeigte sich die Jury von der ersten funktionsfähigen LED-Straßenleuchte, die die Firma Hess Form + Licht GmbH entwickelt hat. Das Produkt verbinde "Technik, die es in sich hat" mit herausragender Ästhetik, würdigte Chefpreisrichter Werner Bornholdt. Die Leuchte vereinigt nach Darstellung des Unternehmens ein Bündel von Vorteilen. Durch eine innovative Optik wird das Licht aus 900 Dioden nahezu verlustfrei auf die Straße gebracht und erzielt damit eine hohe Ausleuchtung der Umgebung. Dank dieser Breitstrahlung kann eine Straße sehr wirtschaftlich mit wenigen Leuchten illuminiert werden. Die Leuchte, so die Firma Hess, sei nahezu wartungsfrei, energiesparend und ökologisch, weil sie keine Fliegen und Falter anlockt.
Die Firma Hess hat in den vergangenen Jahren zahlreiche internationale Design- und Innovationspreise gewonnen. Dennoch sei es "etwas Besonderes", den heimischen Innovationspreis zu erhalten, unterstrich Juniorchef Christoph Hess. Denn das Unternehmen pflege enge Beziehungen zur Stadt und Region und sei stets bestrebt, diese voranzubringen.
Mit 3000 Euro wurde die Entwicklung einer neuen Handfräse zum Auftrennen von Laserschweißnähten an Auto-Karosserien durch die Schwenninger Firma Wieländer + Schill prämiert. Das Unternehmen, eine Marketing- und Vertriebsgesellschaft mit bundesweit 46 Mitarbeitern, konzentriert sich auf die Entwicklung professioneller Karosserie-Spezialwerkzeuge und hat schon mehrere Bundes- und Landesinnovationspreise eingeheimst. Inhaber und Geschäftsführer Martin Strasser erläuterte die Marktnische seines Unternehmens: Auto-Konzerne werfen heutzutage Fahrzeuge mit neuen Fertigungstechniken auf den Markt und machen sich zunehmend weniger Gedanken, wie diese repariert werden können. Beispiel: der neue VW-Golf. Dessen Bleche werden mit einem neuen Laserschweißverfahren zusammengesetzt. Die neuen Schweißnähte können in der Reparaturwerkstatt mit dem herkömmlichen Werkzeug nicht mehr sauber getrennt werden. Mögliches Ergebnis: Flickschusterei in der Werkstatt. Das Unternehmen konzipierte daher das notwendige Spezialwerkzeug, ein neu entwickeltes Schneiderad als Aufsatz für eine elektrische Fräse. Strasser hofft, davon in nächster Zeit 10000 Stück verkaufen zu können.
Den dritten Preis erhielt die traditionsreiche Schwenninger Zählerfabrik IVO für eine spindelpositionierte Anzeige mit einem Kontrollgerät. Das Gerät vereinfacht in hohem Maße die Einstellung einer Fräsmaschine, die Metall- oder Holzwerkstücke bearbeitet. Das System "Multicon" funktioniert so einfach wie die Wahlwiederholung beim Telefonieren: Einmal getätigte Einstellungen der Spindeln, Anschläge und Führungen einer Maschine lassen sich abspeichern und sind auf Knopfdruck wieder abrufbar. Der Vorteil: Kürzere Rüstzeiten für die Maschine und keine Fehlproduktion.
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Senior und Junior freuen sich über den Innovationspreis für die Leuchte Millenio: Firmenchef Jürgen G. Hess und sein Sohn Christoph. Bilder: Hahne
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