Mein

Villingen-Schwenningen Landesmutter Gerlinde Kretschmann staunt über Klinik

Gerlinde Kretschmann, die Frau von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, hat am Dienstag die Nachsorgeklnik in Tannheim besucht. Sie zeigte sich begeistert von der Einrichtung und deren Konzept, ließ sich aber nicht zu politischen Versprechungen hinreißen.

Schwer beeindruckt zeigt sich Gerlinde Kretschmann während sie mit Geschäftsführer Roland Wehrle durch die Gänge der Nachsorgeklinik in Tannheim schlendert. „Das ist ein Ort, an dem man gesund werden kann“, sagt die Gattin von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Als sie von Zimmer zu Zimmer geht, spürt man förmlich, dass sich die pensionierte Grundschullehrerin unter den Kindern wohlfühlt.

Und so schaut sie den Kindern in den Klassenzimmern über die Schultern auf die Mathematik-Aufgaben und lässt sich von Lehrerin Nadja Boullier erklären, dass die einen Schüler eine „kurze Unterrichtszeit von zwei Stunden am Tag“ und andere eine „lange Unterrichtszeit von vier Stunden am Tag“ haben. „Es ist für mich schön, wenn ich heute in Klassenzimmer komme und sehe, wie die Schüler schaffen“, gesteht Gerlinde Kretschmann.

Die zahlreichen Eindrücke, die während des über zweistündigen Rundgangs auf die Landesmutter einprasselten, hinterließen ihre Spuren. „Ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen. Das Umfeld, die Einrichtung und die Mitarbeiter – ich habe hier einfach das Gefühl, dass hier das Miteinander funktioniert“, sagt Gerlinde Kretschmann.

Was bislang zwar auch funktioniert, aus Sicht von Klinikchef Roland Wehrle allerdings keinesfalls eine Ideallösung ist, ist die derzeitige Finanzierung der Nachsorgeklinik. „In diesem Jahr sind wir auf Spenden in Höhe von 650 000 Euro angewiesen, um den Betrieb der Klinik in dieser Form zu gewährleisten.“ Auf Nachfrage bei Gerlinde Kretschmann, ob es ihrer Meinung nach nicht eine staatliche Lösung zur Sicherung einer solchen Einrichtung geben müsse, antwortete sie: „Spenden sind doch etwas Schönes.“ Sie tue sich schwer, wenn es heiße, die Politik im Allgemeinen müsse daran etwas ändern. „Das sind viele kleine Schräubchen an denen gedreht werden muss – von mehreren Seiten.“

Das sieht auch der Geschäftsführer so, der immer wieder mit den Krankenkassen hadert. Doch sieht Roland Wehrle sehr wohl auch die Politik in der Pflicht. „Ich brauche faire Pflegesätze für die Versorgung chronischkranker Kinder.“ Diese werde im Übrigen nämlich immer aufwendiger. Grundlegend seien die Voraussetzungen durch politische Entscheidungen ja nicht so schlecht. „Jetzt ist es aber die Pflicht der Politik, die Kostenträger auch zu kontrollieren“, gibt Wehrle der Gattin des Ministerpräsidenten mit auf den Weg. Die Träger würden sich nämlich nicht immer an Absprachen halten.

Und auch in Sachen Personal tut sich Roland Wehrle schwer. „Ich suche zwei Ärzte. Diese zu finden ist aber nicht leicht.“ Schließlich handele es sich hierbei um Fachkräfte und die kosten ihr Geld. „Das Gesundheitssystem befindet sich stetig im Wandel und da muss sich auch weiterhin etwas tun“, pflichtet Gerlinde Kretschmann dem Klinikchef bei. Besuche, wie der von Gerlinde Kretschmann, und das entgegengebrachte Verständnis seien für die Nachsorgeklinik wichtig, betont Wehrle und hofft, dass seine Bedürfnisse von den Kostenträgern gehört werden.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Mehr zum Thema
Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
Regionale Kalender 2017
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
VS-Schwenningen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren