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VS-Villingen Kreis warnt vor privatem Schrottsammler

Ein privater Schrottsammler aus Talheim will am Mittwoch in Villingen Altmetall kostenlos abholen. Doch das Landratsamt warnt ausdrücklich vor diesem „Service“. Sehr oft sei damit eine gehörige Portion Ärger verbunden, sagt Dirk Hausmann, der Leiter des Abfallwirtschaftsamtes.

VS-Villingen – Das Sammeln von Metallteilen ist lukrativ: Für eine Tonne Altmetall wird derzeit zwischen 300 und 350 Euro bezahlt, erklärt Hausmann auf Anfrage. Damit sei der Markt zwar weit von seinem Höchststand von 450 Euro entfernt, doch „gutes Geld kann man damit noch immer verdienen“. Das will nun auch eine Talheimer Firma namens „K-Schrotthandel und Recycling“ für sich nutzen. Mit Handzetteln informiert das Unternehmen die Villinger, dass sie am Mittwoch, 8. Oktober, ihr Altmetall abholen lassen können: vor der Haustür und kostenlos.

Das klingt erst einmal verlockend, denn so spart man sich den Anfahrtsweg zum Recyclinghof, doch Amtsleiter Hausmann ist von solchen Angeboten gar nicht begeistert. Es fängt damit an, dass diese Sammlung gar nicht bei der Kreisbehörde gemeldet wurde. „Seriöse Unternehmen tun dies“, betont der Experte. Wenn sie Nachweise vorlegen, was mit dem Altmetall geschieht, sei das Landratsamt sogar verpflichtet, solche Sammlungen zu genehmigen. Andere wiederum tummeln sich zwischen einem „schmalen Pfad zwischen Legalität und Illegalität“.

Der Leidtragende dabei kann der ahnungslose Bürger sein: Denn nicht immer würde auch all das von privaten Unternehmen Versprochene mitgenommen. Was anfangs als „Super-Service“ wahrgenommen werde, entwickele sich schnell zum Ärgernis. Ein Beispiel: Da bleiben Fahrräder stehen, weil die Gummireifen nicht entfernt wurden. Der nächste Anruf gelte dann meist dem Landratsamt, weil sich unter der Nummer des Entsorgungsunternehmens niemand meldet oder das Telefon permanent besetzt ist. Oder: Der Lastwagen falle aus und dann bleibt der Altmetallberg Tage vor der Haustür liegen. Doch es sind nicht nur die Schrotthändler, die Sorgen bereiten: So habe eine Firma im Kreisgebiet zu einer Textilsammlung aufgerufen. Doch die vorbereiteten Säcke wurden nicht abgeholt – nach einem Regen konnten die nassen Sachen nur noch im Hausmüll entsorgt werden.

Hausmann räumt ein, dass solche Unternehmen oft schwer zu fassen seien. Und tatsächlich: Unter der vom „K-Schrotthandel“ angegebenen Handynummer war gestern Nachmittag keiner zu erreichen – und bei der Festnetznummer meldete sich eine Frauenstimme. Doch eine Presseanfrage zum Unternehmen und zur Sammelaktion bügelte sie kurzerhand ab und legte einfach auf.

Für den Leiter des Abfallwirtschaftsamts gibt es noch einen weiteren Grund, mit dem Altmetall den Weg auf den Recyclinghof auf sich zu nehmen. Hausmann macht deutlich, dass die Kreisverwaltung das Geschäft mit den Rohstoffen gerne selbst machen möchte. Der Grund: Der Gewinn landet nicht in privaten Kassen, sondern dient dazu, die Müllgebühren stabil zu halten oder sie gar zu senken.

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