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07.07.2012  |  von Julia Ebner  |  5 Kommentare

Villingen-Schwenningen Kostet Entenfüttern bald 5.000 Euro Strafe?

Villingen-Schwenningen -  Aufgeweichte Brotreste am Brigachufer, Verschmutzung durch Kot und immer wieder Getreidekörner, die Menschen für Tauben auf den Boden geworfen haben: Im Stadtgebiet nimmt das Füttern von Tauben, Enten, Füchsen und sogar Mardern derart Überhand, dass die Verwaltung jetzt einen Riegel vorschieben will. Angeregt hatte dies das Forstamt nach regelmäßigen Diskussionen in den vergangenen Jahren.

Regelmäßig werden die Enten am Brigachufer gefüttert: Wer erwischt wird, muss vielleicht schon bald eine Strafe zahlen. Von fünf Euro bis 5000 Euro reicht der Spielraum, den die Beamten bestimmen können.  Bild: Jochen Hahne

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Julia Ebner
Redakteurin / Lokalredaktion Villingen

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Kommenden Mittwoch berät darüber der Verwaltungs- und Kulturausschuss. Geändert werden soll die Polizeiverordnung gegen umweltschädliches Verhalten. Das Thema kommt auch in der nächsten Gemeinderatssitzung auf den Tisch. Dann werden die Stadträte darüber entscheiden.

Die Menschen meinen es zwar nur gut, wenn sie Enten und Tauben füttern. Ihnen ist nicht bewusst, welchen Schaden sie anrichten. Bei älteren Menschen ist es vermutlich oftmals Einsamkeit. Kindern dagegen bereitet das Füttern der possierlichen Enten eine große Freude, sodass man am Brigachufer häufig Familien beobachten kann, die altes Brot in Tüten herantragen. Das kann bald teuer werden: Die Beamten können eine Geldbuße von 5 Euro bis 5000 Euro verhängen. Zur Begründung für das Verbot wird aufgeführt, dass die Massenansammlungen von Wasservögeln an den von Menschen geschaffenen „Futterplätzen“ Verschmutzungen durch Kot und nicht verzehrte Brotreste verursachen. Für Gewässer hat dies eine weitere Konsequenz, die viele Menschen nicht bedenken: In der Brigach verfaulen die Futterreste und entziehen dem Gewässer lebensnotwendigen Sauerstoff.

Zunehmend zum Problem wird nach Angaben des städtischen Forstamtes auch das Füttern von Füchsen und Mardern. Der Fuchs ist das Raubtier mit der größten Verbreitung auf der Erde und bevölkert sämtliche Lebensräume der nördlichen Erdhalbkugel. „Meister Reinecke“ kann sich an alle Lebensräume anpassen. Wer Füchse füttere, handelt aber aus falsch verstandener Tierliebe. Die natürliche Balance zwischen Mensch und Tier wird aus dem Gleichgewicht gebracht. Dadurch verliert der Fuchs seine Scheu und nähert sich den Menschen – wie beispielsweise im Schwenninger Wohngebiet Waldweg. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Werner Schaible, wohnt dort und erzählt: „Ich habe schon häufig beobachtet, dass am helllichten Tag ein Fuchs durch das Wohngebiet gelaufen ist.“ Und in der Nachbarschaft hätte eine Füchsin in einem Hohlraum unter einer Garage Junge bekommen. Werner Schaible hat den Anwohnern geraten, das Loch zu schließen, sobald die Tiere weg sind. So kann zumindest verhindert werden, dass die Füchsin im kommenden Jahr erneut kommt und Junge wirft.

Werner Schaible hat das Forstamt über die immer häufiger werdende Begegnung mit Füchsen informiert. „Aber natürlich kann das Forstamt in der Stadt die Füchse nicht bejagen“, sagt er. Der Tierschutzverein würde ein Fütterungsverbot sehr begrüßen, weil nur so verhindert werden könne, dass die Population steige. „Wir können nur an die Vernunft der Bürger appellieren und hoffen, dass die Leute die Tiere nicht füttern. In unserer Nachbarschaft habe ich häufig zwei Tauben gesehen. Sie haben nicht genug Futter gefunden und sind nun weitergezogen“, sagt er.

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