Vier Jahre Haft hat das Landgericht Konstanz über einen 33-jährigen Kokaindealer aus Schwenningen verhängt. Zusammen mit einem 41-jährigen Mann aus Zimmern hat er im vorigen Jahr fünf Kilogramm Kokain aus den Niederlanden organisiert und im Raum Villingen-Schwenningen und Rottweil verkaufen lassen.
Der 41-Jährige wurde am Mittwoch zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Vier mitangeklagte Kuriere und Fahrer die zu der Kokainbande gehörten, erhielten Bewährungsstrafen von 14 und 15 Monaten. In die Strafen floss ein Geschäft mit einem Kilogramm Marihuana ein, in das drei der Angeklagten in Villingen verwickelt waren. Das Verfahren gegen ein sechstes Bandenmitglied wurde am ersten Verhandlungstag aus prozesstaktischen Gründen abgetrennt. Die zu Bewährungsstrafen verurteilten Männer sollen als Auflage je 1500 Euro Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.
Bei den beiden Chefs der Kokainbande konnten 28 000 Euro Drogengeld sichergestellt werden. Alle Angeklagten haben selbst Kokain konsumiert. Für den 33-Jährigen ordnete das Gericht zusätzlich zur Strafe die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Zuvor soll er neun Monate und eine Woche der verhängten Haftstrafe vorweg verbüßen. Drei Monate davon sind bereits durch die Untersuchungshaft erledigt.
Alle der jetzt verurteilten Angeklagten im Alter zwischen 28 und 43 Jahren hatten am ersten Prozesstag Geständnisse abgelegt und damit eine aufwändige Beweisaufnahme erübrigt, was das Gericht mit etwas milderen Strafen honorierte. Auch wurde berücksichtigt, dass insbesondere die beiden Haupttäter bereits im Ermittlungsverfahren erheblich zur Aufklärung der Straftaten beigetragen hatten.
Allerdings müsse das äußerst raffinierte Vorgehen beim Transport der Drogen und die große Menge empfindlich geahndet werden. Die Täter hatten Polizei und Rauschgifthunde ausgetrickst, indem sie das Kokain in Dosen oder Tetrapacks einschweißten oder in Farbeimern mit doppelten Böden versteckten. Um Geruchsspuren zu verwischen, wurden die Behältnisse mit Ammoniak eingerieben.
Die beiden Haupttäter organisierten 14 Fahrten nach Rotterdam, wo sie je 300 bis 800 Gramm Kokain einkauften. Die Fahrer und Kuriere bekamen gestern wegen ihrer eher untergeordneten Rolle noch einmal Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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