
Die Kunsteisbahn-Gesellschaft (KEB) drücken hohe Schulden, ohne die Stadt wäre sie nicht überlebensfähig. Dies ist bekannt und führt im Gemeinderat alljährlich bei der Vorstellung des Jahresabschlusses und des Wirtschaftsplans zum rituellen Schlagabtausch. Neu war gestern Abend, dass sich die Profi-Abteilung des SERC, die Wild Wings, seit einigen Tagen für eine Lizenz der ersten Liga (DEL) interessiert. Wie sich solch ein Aufstieg auf die Bilanzen der KEB auswirkt, wollte daher Michael Rothfelder für die CDU-Fraktion wissen.
KEB-Geschäftsführer Klaus Hässler geht im Fall eines für ihn ohnehin eher unwahrscheinlichen Aufstiegs der Wild Wings – „zu 90 Prozent spielen sie weiter in der zweiten Bundesliga“ – davon aus, dass dann die Profiabteilung auch Kosten übernimmt, die zum Beispiel durch veränderte Anforderungen des Fernsehens anfallen. Sollten die Eishockey-Profis dennoch in der DEL spielen, würde auch die KEB daran partizipieren, denn dann „kommen sicher mehr Zuschauer“. Gerade daran haperte es in der zurückliegenden Saison. Durch den sportlichen Niedergang im ersten Drittel kamen weniger zahlende Gäste als im Vorjahr. Die 90 000er-Grenze werde die KEB aber übertreffen.
Auf die nicht überragende Zuschauerresonanz ging auch Ernst Reiser (Freie Wähler), ein unerbittlicher Kritiker der KEB, ein: 3600 seien der Schnitt, damit seien es deutlich zu wenig für die 6300 Besucher fassende Arena. Er stellte die Größe des Ausbaus in Frage, mokierte sich auch darüber, dass nach der Sanierung und dem Bau einer geschlossenen Halle die Energiekosten um bis zu 60 Prozent gestiegen seien, weil nun permanent geheizt werden müsse.
Heinz Pfeiffer (SPD) wollte wissen, ob noch einige Risiken in der Halle liegen, die zu höheren Kosten führen konnten. Die Kühlrohre würden in der eisfreien Zeit untersucht, und der Aufsichtsrat über die Ergebnisse zeitnah unterrichtet. Der Wirtschaftsplan und der Jahresabschluss wurden vom Gemeinderat bei wenigen Enthaltungen und Gegenstimmen genehmigt. Die KEB hat demnach Verbindlichkeiten von sieben Millionen Euro und einen Jahresfehlbetrag von 390 000 Euro. Der Geschäftsführer sowie der Aufsichtsrat wurden entlastet.
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