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Villingen-Schwenningen Junge Helfer zeigen Engagement

13.10.2008


In ihrer signalroten Kleidung waren sie nicht zu übersehen, die vielen jungen Rotkreuzmitglieder, die am Samstag durch Villingen wuselten, „Verletzte“ bargen und „Unfallopfer“ versorgten. Dies unter gestrengen Augen von Schiedsrichtern: Die rund 200 Nachwuchshelfer im Alter zwischen 17 und 27 nahmen am Bundeswettbewerb des Jugendrotkreuzes (JRK) teil.

Villingen-Schwenningen – In 19 Gruppen (entsprechend den 19 Landesverbänden) traten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Villingen gegeneinander an, außer Konkurrenz machten zwei Gastgruppen aus Österreich und Luxemburg mit. Der Jugendrotkreuz-Bundeswettbewerb wird in drei Altersstufen (sechs Jahre alt sind die Jüngsten) ausgetragen, außerdem in Rettungsschwimmen als eigener Disziplin, erklärte Udo Eller, JRK-Bundesleiter, bei einem Pressegespräch im DRK-Zentrum am Benediktinerring.

In Villingen trafen sich die älteren der jungen Helfer, was Fynn Zimmermann, Landesreferent im Badischen Jugendrotkreuz auch deshalb freute, weil die ersten Wettbewerbe vor 50 Jahren ebenfalls im Badischen stattgefunden hatten. Der Kreisverband Villingen-Schwenningen habe sich um die Austragung beworben, rekapitulierte JRK-Kreisleiter Willi Hils. Allerdings hatten sich „unsere“ Jugendrotkreuzler bei den Vorrunden auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene nicht qualifiziert. So standen sie mit ganzer Energie und freudvoller Motivation für die organisatorischen Aufgaben als Gastgeber zu Verfügung- Immerhin 400 Gäste mussten versorgt werden, außer den Teilnehmenden noch rund 200 ehrenamtliche Schiedsrichter, Maskenbildner, Schauspieler, „Scouts“, die zu den Stationen führten, und Helfer dort.

21 Stationen in der Villinger Innenstadt mussten bewältigt werden, zu Mittagessen und abendlicher Siegerehrung traf sich die muntere Schar im Münsterzentrum. „Vampire im Schwarzwald“ war das Motto des Wettstreits der Helfenden, weil im Badischen Landesverband Blutspende ein aktuelles Schwerpunktthema ist. Außerdem ging es bei den 21 Stationen um erste Hilfe als klassische Kernkompetenz, Rot-Kreuzwissen und musisch-kulturelle Bildung waren gefragt, ein eigener Schwerpunkt war die internationale JRK-Kampagne „Deine Stärken. Deine Zukunft. Ohne Druck!“ Damit solle soziales Engagement, Verantwortungsgefühl und Teamgeist geweckt und gefördert werden, erklärte Udo Eller, dies als Gegenpol zu individuellem Leistungsdruck, Versagens- und Zukunftsängsten, denen junge Menschen heute oft ausgesetzt seien. „Wir wollen Perspektiven vermitteln.“ So mussten die Teilnehmenden etwa an der Klosterringschule eine selbst entwickelte szenische Sequenz zu ihren eigenen Zukunftsvisionen aufführen, vor dem Romäusring-Gymnasium wurde Frisbee gespielt, am Käferberg musste ein Projekt zum Blutspenden erarbeitet werden.

Die wohl spektakulärste Gruppenaufgabe wurde vor der Neuen Tonhalle gestellt. Die Fiktion: ein Lastwagenfahrer hatte aufgrund einer Kreislaufschwäche die Gewalt über sein Fahrzeug verloren und fuhr in eine Wandergruppe, die gerade eine Stadtführung machte. Fünf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, was von den realistisch geschminkten „Opfern“ übrigens recht authentisch gespielt wurde. Die einen zitterten und atmeten heftig, andere hatten das Bewusstsein verloren und lagen reglos auf der Straße. Stimmung, Engagement und Leistungsniveau beschrieb Fynn Zimmermann als „sehr gut“. Es gewann die Gruppe aus Bayern gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, das badische Team rangierte im Mittelfeld auf Platz elf. Die drei Erstplatzierten haben sich für den Europäischen DRK-Wettbewerb im kommenden Jahr qualifiziert. Gewonnen hätten aber alle Teilnehmer in Villingen: „Es war für sie eine hohe Auszeichnung, überhaupt dabei zu sein.“

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