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Villingen-Schwenningen Jäger wehren sich gegen Klage von Peta-Tierschützern

Die Jäger der Hegerings Villingen nennen nach den Vorwürfen der Peta-Tierschützer gleich mehrere Gründe, warum die Füchse begjagt werden. Zuvor hatten die Tierschützer Strafanzeige erstattet, weil die Jäger laut eines Berichts 23 Füchse geschossen haben.

Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat die Tierrechtsorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Konstanz gegen alle Teilnehmer der Jagd erstattet (wir berichteten). Anlass für die Anzeige war der Bericht, wonach die Jäger des Hegerings Villingen im Januar 23 Füchse geschossen hatten. Jetzt nehmen die Jäger Stellung.

Knut Wälde, Landesobmann für Natur- und Artenschutz, Landwirtschaft und Wildschadensfragen, und Ingo Böhnhardt, Leiter des Hegerings Villingen, haben die Anzeige leicht resigniert zur Kenntnis genommen. Wälde ist zugleich Vorsitzender der sieben Hegeringe im Schwarzwald-Baar-Kreis. Es gebe leider Verständnisschwierigkeiten, warum der Fuchs bejagt werde, erklärt Wälde und weist darauf hin, dass der Fuchs schon immer bejagt wurde. Peta hatte kritisiert, bei der Fuchsjagd handle es sich lediglich um „die Befriedigung eines blutigen Hobbys“. Es bestehe weder „aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die Bejagung“. Wälde sieht dies anders, für die Jagd nennt er mehrere Gründe.

Übertragung von Krankheiten: Früher hatten die Füchse die Tollwut, die es jetzt in Baden-Württemberg nicht mehr gibt, so Wälde. Die Staupe sei jedoch wieder aufgetreten. Sie sei ansteckend für Haustiere. Der Fuchsbandwurm dagegen sei sehr gefährlich für Menschen. Die Eier des Fuchsbandwurms, die eingeatmet werden können, wandern über den Magen und den Darm in die Blutbahn und setzen sich in der Leber fest, wo sie nach vielen Jahren die Leberzirrhose erzeugen., Die Eier befinden sich im Kot und auch dem Pelz des Fuchses. Der Mensch könne die Eier über Beeren und Pilze im Wald, aber auch Salat im Garten aufnehmen. Auch Katzen, die sich gut mit Füchsen vertragen, können die Eier weitertragen, so Wälde. 60 bis 70 Prozent der Füchse haben den Fuchsbandwurm, betont er.

Weitere Gründe: „Wir wollen das Niederwild, also den Auerhahn, Rebhühner und andere auf dem Boden brütenden Tiere, vor dem Fuchs schützen“, betont Wälde. Der Fuchs fresse auch Hasen, Küken hätten ebenfalls keine Chance gegen ihn. „Der Fuchs ist ein Predator und hat hier keine Feinde“, betont Wälde. Es gebe hier nur noch 300 Auerhähne, die Zahl der Hennen sei nicht erfasst.

Füchse in Dörfern und Stadt: Füchse finden in der Stadt reichlich Nahrung auf Komposthaufen. Sie gehen auch auf Spielplätze, was wieder für Kinder gefährlich sei, erklärt Wälde. In der Stadt herrsche Schießverbot. „Der Fuchs verliert die Angst vor den Menschen, streift durch die Gärten und schaut, was es für ihn an Nahrung gibt“, so der Fachmann.

Ein blutiges Hobby? Ingo Böhnhardt, Leiter des Hegerings Villingen, möchte von einem blutigen Hobby nichts hören. „Wir müssen den Wildbestand auf einem bestimmten Level halten und daher den Fuchs bejagen“, erklärt er. Tiere, die auf dem Boden brüten, seien gefährdet und zum Teil schon sehr dezimiert, das habe mit blutigem Hobby nichts zu tun. Er stehe hinter seinen Schützen, erklärt er und Wälde ergänzt, dass der Verband hinter den Hegeringen stehe und die Fuchsjagd befürworte.

 

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