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06.02.2013  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen IG Metall: „Monopoly bei der Firma Hess“

Villingen-Schwenningen -  Jetzt mischt bei den Turbulenzen um die Firma Hess in Villingen auch die IG Metall mit. Gewerkschaft empfiehlt dringend Gründung eines Betriebsrats.


Der Vorgang um die Hess AG mache deutlich, dass Arbeitnehmer-Mitbestimmung in jedem Betrieb notwendig sei und weiter ausgebaut werden müsse, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Metall. „Derzeit kämpfen auf dem Monopoly-Brett der Firma Hess mindestens 3 bis 4 Spieler um die Macht in dem Unternehmen“, erklärte Reiner Neumeister, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Villingen-Schwenningen, „und die Arbeitnehmer sind nur die Spielfigur, auf deren Rücken das Spiel ausgewürfelt wird.“

Ein Betriebsrat würde für die Belegschaft jetzt mindestens bedeuten, dass sie soweit im Spiel wäre, dass ihr die Spielregeln besser bekannt und sie ihre Situation als abhängig Beschäftigte besser einschätzen könnte, möglicherweise sogar beeinflussen“, heißt es weiter.

Nach Auffassung der IG Metall macht der Vorgang bei der Hess AG auch deutlich: Auch die Paritätische Arbeitnehmermitbestimmung in Aufsichtsräten, zumindest in Kapitalgesellschaften, müsse dringend ausgeweitet werden, auch auf kleinere Unternehmen. Derzeit greife die Mitbestimmung bei Arbeitnehmern in Aufsichtsräten nur in Betrieben mit mindestens 2000 Beschäftigten.

„Auch alle Aufsichtsgremien von Kapitalgesellschaften müssen mit Arbeitnehmervertretern besetzt sein, sonst wird weiter Monopoly ohne Mitbestimmung, und damit ohne Arbeitnehmerbeteiligung gespielt“, erklärte die Gewerkschaft. Sowohl die letzte Wirtschaftskrise als auch die jetzige Situation bei der Hess AG machen deutlich: Demokratie dürfe nicht am Werkstor enden.

Die IG Metall hat den Beschäftigten empfohlen, jetzt einen Betriebsrat zu wählen. Ein Betriebsrat besteht aus Beschäftigten, deshalb ist deren Engagement, im eigenen Interesse, gefragt, betonte die Gewerkschaft. Die IG Metall werde die Wahlen aber mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen tatkräftig unterstützen.

 

Die Firma Hess, ein Gießereibetrieb, wurde 1947 von Willi Hess gegründet und stellte zuerst Waffeleisen her. 1968 übernahm der Sohn Jürgen G. Hess die Firma mit acht Mitarbeitern. Er entwickelte das Unternehmen zum Hersteller modern gestalteter Außen- und Straßenleuchten aus Metallguss und Straßenmöblierungen. 2007 wurde die GmbH zur Familien-Aktiengesellschaft umfirmiert. Jürgen G. Hess wurde Aufsichtsratsvorsitzender, sein Sohn Christoph Geschäftsführer des Betriebs. Der Börsengang folgte im Oktober 2012. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Infos und Bilder rund um das Villinger Unternehmen.

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