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Villingen-Schwenningen Hobby-Kicker gründen eine eigene Liga

Julian Singler und Freunde spielen nur zum Spaß. Probleme bei Platzsuche prägen den Spielplan der Serie H. Sechs Teams aus Villingen und Umgebung sind mit dabei

VS-Villingen – Es ist eine fast schon abgedroschene Floskel im Sport. Doch wenn Julian Singler sie verwendet, dann glaubt man ihm das. "Fußball ist mein Leben", gibt er von sich preis und meint das auch so. Schon von klein auf ist er wie wild der Kugel hinterhergejagt. Und noch heute schaut er so gut es geht jedes Spiel im Fernsehen. Er ist im positiven Sinne fußballverrückt.

Jeden Sonntag traf er sich lange Zeit mit seinen Freunden, um auf dem Hubenloch oder am Friedengrund zu kicken. Doch die Jungs wollten mehr und schlossen sich mit anderen begeisterten Spielern aus dem Umfeld spontan kurz und gründeten im Sommer 2016 die eigene Hobby-Liga Serie H. Das H steht selbstverständlich für Hobby. Sechs Mannschaften spielen seitdem monatlich um die Tabellenführung – gespickt mit purem Spaß, Fairness und der Liebe zum Sport.

Auch Julian wollte mit seinen Freunden einen eigenen Verein – mit Trikots, Logo, Homepage und allem Drumherum. Der SFC Villingen, ausgeschrieben Südstadt Fußball-Club: Das sind überwiegend junge Männer aus der Südstadt. Parallel zu ihrer Entwicklung haben sich in der Region einige weitere Hobby-Mannschaften gegründet. Schnell kam man mit anderen Fußball-Verrückten in Kontakt.

Im Gegensatz zum Vereins-Fußball liegt der Fokus hier einzig allein auf dem Spaß. "Es gab lange niemanden, der ein Zusammenspiel in die Hand nehmen wollte. Dann dachte ich mir einfach: Mach ich es doch einfach", erzählt Julian von den Anfängen. Bei einem Ortsturnier in Rietheim 2015 führte man erstmals mit anderen Hobby-Clubs ernste Gespräche. Das Ziel: Etwas auf Dauer zu schaffen und nicht nach ein paar Jahren vor einem unvollendeten Werk stehen.

Im Juli vergangenen Jahres dann der erste Schritt: Die Gründung der Serie H. Mit von der Partie: Der FC Bolzer, die Sonntagskicker, FC Phoenix, Schachtjor Tornetz, FC Hayvan und natürlich der SFC Villingen. "Ein Spielplan auszuarbeiten war bei den vielen Studenten oder Arbeitnehmer im Team schwieriger als gedacht. Deshalb hat man für ein angesetztes Spiel jeweils einen Monat Zeit, einen Platz und Termin zu finden", erklärt der Kapitän und Offensiv-Allrounder des Südstadt-Clubs. Das größte Problem jedes Hobbyvereins sei die Suche nach einem geeigneten Spielfeld. Oft wird auf dem Rasen der DJK Villingen oder in Rietheim gekickt. Das Hubenloch gilt als letzte Alternative. Um mit keiner Vereinsmannschaft zu kollidieren, werden die Spiele morgens angesetzt.

In seiner Jugend hat Julian natürlich auch in einem Verein gegen den Ball getreten. Der große Unterschied zum Hobby-Kicken? Der Druck und die Leidenschaft. "Im Verein waren oftmals nicht alle mit 100 Prozent dabei. Zudem passt der Trainer nicht immer und der Druck kann die Freude zerstören", so Singler rückblickend. Jetzt können er und seine Kumpanen selber gestalten. Jeder kennt jeden und die Chemie stimmt überein.

Momentan belegen die Jungs von der Südstadt den letzten Platz der Tabelle. Aber noch sind einige Partien zu absolvieren. "Unser Problem ist eindeutig die Ausdauer", lacht Julian. "Wir versuchen, uns aber spielerisch weiterzuentwickeln, testen neue Spielsysteme und versuchen einmal die Woche zu trainieren." In der Realität ist man aber schon froh, wenn zu den angesetzten Spielen genügend Mann an Bord sind.

Informationen zur Serie H sowie Kontaktdaten unter: https://serieh.jimdo.com

Serie H

Die Hobby-Liga wurde im Sommer 2016 von einigen Fußballverrückten aus Villingen-Schwenningen gegründet. Gekickt wird auf einem vergrößerten Kleinfeld. Der Ort und der Tag sind dabei selbst auszuwählen. Einzig die Monatsfrist ist verbindlich. Der Schiedsrichter wird oft von den Teams gestellt. Es wird vor allem auf Fairness untereinander gesetzt. Zu einer Mannschaft gehören sieben Feldspieler plus der Torwart. Gespielt wird zwei mal 40 Minuten. (lip)

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