Aufgabe des versierten Anwalts im Insolvenzrecht wird es sein, das Vermögen des Unternehmens zu sichern, die Ansprüche der Gläubiger festzustellen, den Hintergrund der Insolvenz zu durchleuchten und zu eruieren, ob es eine Möglichkeit gibt, das Unternehmen weiterzuführen oder zu verkaufen. Mucha hat nach Angaben seiner Kanzlei bereits Mittwochabend die Arbeit bei der Firma Hess in Villingen aufgenommen.
Das vorläufige Insolvenzverfahren dauert in der Regel ein Vierteljahr. Solang sind die Gehälter der Mitarbeiter über Insolvenzausfallgeld gesichert. Dann wird entschieden, wie es mit dem Unternehmen weiter geht. Im schlechtesten Fall kann der Betrieb geschlossen werden, im besten Falle kommt es zur Eröffnung eines ordentlichen Insolvenzverfahrens und das Unternehmen wird in neuen Strukturen weitergeführt oder an einen Investoren verkauft. Für die Arbeitnehmer bedeutet dies eine Zeit des Hoffens und Bangens. Keiner weiß, wie viele Arbeitsplätze erhalten werden können.
Die Firma Hess, ein Gießereibetrieb, wurde 1947 von Willi Hess gegründet und stellte zuerst Waffeleisen her. 1968 übernahm der Sohn Jürgen G. Hess die Firma mit acht Mitarbeitern. Er entwickelte das Unternehmen zum Hersteller modern gestalteter Außen- und Straßenleuchten aus Metallguss und Straßenmöblierungen. 2007 wurde die GmbH zur Familien-Aktiengesellschaft umfirmiert. Jürgen G. Hess wurde Aufsichtsratsvorsitzender, sein Sohn Christoph Geschäftsführer des Betriebs. Der Börsengang folgte im Oktober 2012. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Infos und Bilder rund um das Villinger Unternehmen.
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