Villingen-Schwenningen Großknast: Stadt diskutiert über mögliche Ansiedlung
Blick auf das Villinger Gefängnis. Die Anstalt soll durch ein neues Großgefängnis ersetzt werden. Bild: Jochen Hahne
Oberbürgermeister Kubon erklärte gestern auf SÜDKURIER-Anfrage, er sei dafür, das Thema „ergebnisoffen zu diskutieren“. Es geht um den Neubau einer Justizvollzugsanstalt für rund 500 Häftlinge.
In großen Anzeigen in den Tageszeitungen der Region sucht die Landesregierung Baden-Württemberg zurzeit im „Städtedreieck Rottweil, Donaueschingen, Tuttlingen“ einen rund zwölf Hektar großen, möglichst ebenen und rechteckigen Bauplatz für das geplante Gefängnis. Damit löst die neue grün-rote Landesregierung ihre Zusage ein, für das Gefängnisprojekt neben dem umstrittenen Standort bei Rottweil weitere Alternativen zu untersuchen. Das für die Bauplanung federführende Finanzministerium hofft nun, dass sich sowohl Gemeinden als auch Privatleute melden, um geeignete Grundstücke anzubieten. Neue Standortvorschläge werden bis zum 30. März erbeten. Der neue Suchlauf für das Grundstück ist auf neun Monate angesetzt und soll, so betont die Regierung, „ergebnisoffen“ geführt werden.
Inzwischen wurde auch die Doppelstadt vom Land angefragt. Oberbürgermeister Rupert Kubon erklärte gestern dazu. „Ich bin in dieser Sache nicht festgelegt.“ Eine solche Einrichtung auf der Gemarkung der Stadt biete „Chancen und Risiken“. Diese gelte es, in den politischen Gremien gegeneinander abzuwägen und dieses Thema, in einem transparenten Dialog mit der Bevölkerung, ergebnisoffen zu diskutieren. Kubon: „Sollte sich eine Mehrheit für solch eine Einrichtung in Villingen-Schwenningen finden, wird sich die Stadtverwaltung Gedanken über einen geeigneten Standort machen.“
Das Thema soll also demnächst im Gemeinderat diskutiert werden. Als mögliche „Chancen“ einer Gefängnis-Ansiedlung verweist man im Rathaus auf das wirtschaftliche Gewicht einer solchen Einrichtung, die rund 200 Arbeitsplätze sowie Aufträge in die Stadt bringen würden. Auf der anderen Seite verweist der Pressesprecher der Stadt, Nicolas Lutterbach, auf die „Ängste in der Bevölkerung, die zu diskutieren sind“. Diese sind auch in Rottweil zu Tage getreten. Dort hat sich der Gemeinderat einstimmig hinter das Projekt gestellt. Doch aus den Stadtbezirken Zepfenhahn und Blitzwald, die dem geplanten Standort am nächsten liegen, machte eine Bürgerinitiative mobil. Gleichwohl hält die Stadt an dem Vorhaben fest.
