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Villingen-Schwenningen Großes Jubiläumsfest in und an der Klinik Tannheim

Fest am Wochenende auf dem 48. Breitengrad. Stiftungsjubiläum verspricht Spaß für Familien.

Was haben Paris, München, Freiburg und die Nachsorgeklinik in Tannheim gemeinsam? Sie liegen allesamt auf dem 48. Breitengrad. Mit diesem Hinweis umriss der geschäftsführende Stiftungsvorstand Roland Wehrle die Weite, die die Stiftung in den 25 Jahren ihres Bestehens gewonnen hat.

Die Stiftung Deutsche Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind – finanziert sich hauptsächlich aus Spenden. Und hier hat Roland Wehrle in den vielen Jahren seiner Tätigkeit wirklich alle Register gezogen. Ob es Fußballstars, Schauspieler aus Theater, Film und Fernsehen, Prominente aus der Industrie, der Politik und des gesellschaftlichen Lebens waren – alle konnte er für diese wichtige und gute Sache gewinnen. Das Spendenaufkommen sichert seit vielen Jahren den wertvollen Betrieb der Nachsorgeklinik Tannheim und der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg.

Strahlt die Nachsorgeklinik Tannheim das Flair der reinen Erholung in bester Schwarzwald-Luft aus, handelt es sich bei dem Berliner Haus um die ehemaligen Wohn- und Arbeitsräume des DDR-Staatsrates, das dringendst renoviert werden muss. In der Bibliothek Erich Honeckers befindet sich etwa das Elternsprechzimmer der Klinik. Die Stiftung selbst geht auf eine Initiative des bekannten Schauspielers Klausjürgen Wussow zurück, der in Zusammenhang mit den Aufnahmen zur Serie „Die Schwarzwaldklinik“ mit krebskranken Kindern in Kontakt kam. Zusammen mit Roland Wehrle wurde die Kinderkrebsnachsorge-Klausjürgen-Wussow-Stiftung gegründet. Carl Herzog von Württemberg und weitere Prominente gehören ebenso zum Gründerkreis.

„Es war unser Ziel, auch auf politischer Ebene die Notwendigkeit der Nachsorge durchzusetzen“, so Roland Wehrle in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Das liebe Geld ist auch das Thema, was ihm die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Durch die moderne Medizin kann immer mehr Kindern und Jugendlichen bei lebensbedrohlichen Krankheiten geholfen werden, was aber auch bedeutet, dass die Therapieeinrichtungen mit dieser Entwicklung Schritt halten müssen. Das kostet ungeheure Summen, die von der Stiftung als Träger der Nachsorgeklinik aufgebracht werden müssen. Insbesondere die Kluft zwischen den tatsächlichen Kosten und den Pflegesätzen, die von den Krankenkassen gezahlt werden, wird immer größer.

So ist es ein erklärtes Ziel von Roland Wehrle und seinen Stiftungsratsmitgliedern, dass die Pflegesätze für die Nachsorgeklinik kostendeckend angepasst werden. Er sieht sogar einen volkswirtschaftlichen Vorteil für die Arbeit der Stiftung. Familien, die vom Tod eines erkrankten Kindes betroffen sind, benötigen dringendste Hilfe bei der Bewältigung dieses Schicksalsschlages, damit die Erwerbstätigkeit der Eltern nur möglichst kurz unterbrochen wird. Oftmals verhindert nämlich die psychische Belastung die berufliche Tätigkeit. „Wir haben mit der Betreuung verwaister Familien ein Alleinstellungsmerkmal im Nachsorgebereich“, erklärt Roland Wehrle.

Der Bedarf hier sei immens, Tannheim könne jährlich 80 Familien in diesem Bereich betreuen. Aber auch hier fehlt es an Geld, um für alle gezielte Hilfe leisten zu können. Rund 600 000 Euro werden jährlich benötigt, um den Klinikbetrieb überhaupt aufrecht zu halten. Ein wichtiger Baustein im Foundraising ist die permanente Öffentlichkeitsarbeit, zu der auch das große Familienfest am kommenden Wochenende gehört. Und da ist allerhand geboten, wie die Leiterin der Geschäftsstelle der Stiftung, Suzan Saydam, erklärt. Wettersicher finden die Events in der großen Reithalle der Klinik statt, die von vielen fleißigen Händen – auch Patientenväter – mit einem festen Holzboden ausgelegt worden ist. Aber auch auf dem gesamten Klinikaußengelände wird eine Vielzahl von Unterhaltungsmöglichkeiten geboten, die vor allem Familien mit Kindern ansprechen sollen. Besonderen Dank äußerte Stiftungsvorstand Wehrle gegenüber den Tannheimer Vereinen, die seit Jahren die Arbeit ehrenamtlich unterstützen und durch die tatkräftige Motivation von Tannheims Ortsvorsteherin Anja Keller auch am kommenden Wochenende wieder in Aktion treten.

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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